LINDHORST. Das hatten sich Matthias Hinse und Detlef Liepke von der Bürgerinitiative (BI) "Wir für soziale Gerechtigkeit" wohl ganz anders vorgestellt. Die beiden hatten eine vielköpfige Runde aus Vereinen, Verwaltung, kommunaler Politik und Wirtschaft in das Dorfgemeinschaftshaus Hof Gümmer eingeladen, um damit den Startschuss für die Gründung eines Kommunalen Bündnisses für Kinder geben. Aus den Reihen der Teilnehmer hagelte es anschließend jedoch erhebliche Kritik aus den Reihen der Teilnehmer am Konzept der Auftaktveranstaltung.
Ausführlich informieren Matthias Hinse (li.) und Detlef Liepke über das Thema Kinderarmut.
BI-Sprecher Matthias Hinse referierte zunächst umfangreich über die Ziele solch eines Bündnisses vor dem Hintergrund von real bestehender Kinderarmut und -vernachlässigung. "Wir wollen nicht nur reden, sondern handeln und so ein Signal setzen," sagte er. Durch eine Vernetzung von Vereinen und Institutionen soll die Situation für Kinder in Lindhorst deutlich verbessert werden. Als Themenbereiche nannte er Freizeitangebote, Schule und Kindergarten, aber auch die Bereiche Ernährung und Gesundheit sowie Kinder und Straßenverkehr.
Ziel aller Aktivitäten und Maßnahmen müsse sein, so der BI - Sprecher, "dass die Kinder an der Gesellschaft teilnehmen können. Wir wollen die Kinder vom Rand der Gesellschaft in die Mitte hineinholen." Samtgemeindebürgermeister Gerhard Busche fand in den breit gefächerten Aussagen des BI - Vertreters keine Hinweise auf die Rolle und Aufgaben der Eltern. "Wir müssen an die Eltern rangehen," machte er deutlich. "Wenn wir die Eltern nicht erreichen, können wir noch so viele Maßnahmen durchführen." Busche vermisste in Hinses Ausführungen auch die Berücksichtigung der bereits umfangreich vorhandenen Angebote für Kinder und Jugendliche in der Samtgemeinde. Auch Andreas Woitke, Vorsitzender des Lindhorster Präventionsrates, wies ebenso wie CDU - Ratsmitglied Holger Mensching auf die fehlende Einbeziehung des Elternhauses hin: "Die Eltern müssen mit ins Boot geholt werden," sagte Woitke.
Wiederholt wurde das Fehlen eines Konzepts für die zu leistende Arbeit von Seiten der Gesprächsteilnehmer bemängelt. Der SPD - Kreistagsabgeordnete Andreas Günther sprach von "verlorener Zeit" und meinte damit den Zeitraum bis zum 19. Februar, wenn sich die Gruppe das nächste Mal trifft. "Dann stehen wir wieder da, wo wir heute bereits sind." Für das SPD - Ratsmitglied Horst Schimmelpfenning bleiben viele Fragen offen: "Was soll ich eigentlich machen?"
Mehrfach unterstrich Matthais Hinse jedoch, dass die Auftaktveranstaltung lediglich dem Vorstellen der Konzeption von Seiten der Initiatoren dienen sollte. Als Auftrag für die nächste Sitzung der Gruppe am 19. Februar, 19 Uhr, gab er der Runde mit auf den Weg, sich darüber Gedanken zu machen "Wie kommt in unsere Arbeit Struktur rein? Wie wollen wir das umsetzen?" Foto: privat