1. Büttenredner ohne "Maulkorberlass" am Rednerpult

    Kombination aus jeder Menge Spaß, sportlicher Tanzakrobatik, Gesang und theaterreifem Slapstick bei Prunksitzung im Brückentorsaal

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    RINTELN (ste). "Am Aschermittwoch ist alles vorbei", heißt es. Und heute ist dieser für die Narren alles beendende Tag. Dann heißt es in den Karnevalshochburgen wieder "an die Arbeit", denn vom Karnevalswochenende an ist bis dahin niemand so richtig zu gebrauchen. Ganz so gehen die Uhren in der Karnevals-Enklave Rinteln nicht, doch bei der Prunksitzung am vergangenen Samstag im Brückentor blieb auch hier kein Auge trocken. Auffällig war, dass viele der Besucher offensichtlich von den Frauen und derem Frauenkarneval gelernt haben und verkleidet zur Sitzung kommen. Verkleidung heißt "neue Haut" und neue Identität. Und so stieg die Stimmung allein schon aufgrund der fantasiereichen Kostüme schnell auf den ersten Höhepunkt an.

    Die RCV-Garde lässt die Beine nach flotter Musik schwingen und trifft damit genau den Geschmack des Publikums.

    Paul-E. Mense ist der Schmuddelwirt vom "Schmutzigen Gasthaus" und schippt Spaghetti aus Wischeimern auf die Teller der Gäste.

    Als Klabautermann geht Ulli Goebel in die Bütt.

    BUZ IV (Blaue Garde)

    Die Garde des befreundeten OCC aus Hess. Oldendorf kommt immer wieder gerne nach Rinteln.

    Für die weiteren Fünkchen, die am Ende das Stimmungsfass zum Überlaufen brachten, sorgten die Akteure auf der Bühne. Unter ihnen natürlich Nachtwächter Hans-Hermann Stöckl, der als Elferratspräsident gleich zu Beginn die Devise ausgab: "Dem Karneval entkommt keiner!" Grund dafür war die Anwesenheit von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, Stadtrat Jörg Schröder, MdB Sebastian Edathy, dem frisch gewählten CDU-Landtagsabgeordneten Otto Deppmeyer und dem Ratsvorsitzenden Dr. Dietmar Nolting. Ihnen galten die ersten "Raketen" des Abends.

    Das Programm war wieder einmal eine unterhaltsame und bunte Mischung aus Gardetanz, Büttenabrechnung mit der lokalen, deutschen und Weltpolitik, theatralischem Slapstick und jeder Menge Spaß zwischen den Zeilen.

    Ulli Goebel, Ortsbürgermeister und als Klabautermann auch gut zu gebrauchen, rechnete ab mit "Angie", Bush und Gabriel. Er räumte mit der Weltpolitik auf und kämpfte sich in der Bütt durch bis zur Grundgebühr für städtisches Wasser. Ob die roten Bäckchen dabei tatsächlich, wie bei Paul-E. Mense als Wirt des "Schmutzigen Gasthauses", mit Rouge getüncht waren, oder ob der erfahrene Segler sich tatsächlich erst den "Wind um die Ohren" pusten ließ, bevor er in die Bütt stieg, blieb fraglich. Auf alle Fälle das Prädikat: "Gelungen!"

    Auch Mense bewies, dass man ihm rhetorisch nichts vormachen kann. Er servierte Spaghetti aus dem Wischeimer und ging den Damen schon einmal an die Wäsche. Das Publikum tobte und Menses Auftritt hatte den besonderen Charme, dass er sogar zu fortgeschrittener Stunde und im schlimmsten Falle alkoholisiert authentisch gewirkt hätte. Ebenfalls: "Gelungen!"

    Eine Bank in der Bütt ist Nachtwächter Hans-Hermann Stöckl, der sich wie eh und je und ohne Maulkorberlass um die Rintelner Ratspolitik karnevalistisch kümmerte und dabei sowohl die chinesischen Granitsteine der Fußgängerzone beleuchtete, als auch die neuen 20 km/h-Schilder in der Innenstadt. Gardetanz, Männergesang zum Mitschunkeln, die "schweren Jungs", jede Menge Konfetti, viel Bier, Wein, Wasser und Spaß kennzeichneten die Sitzung, die sich wieder auf einen Samstag konzentriert; eben ganz "Back to the roots!" Foto: ste

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