RINTELN (ste). "Wenn einige sich in der Presse zu Wort melden und kund tun, zum Schutze der Einzelhändler in der Innenstadt das Zentrum Nord verwerfen zu müssen, sind das eben nur "einige" Meinungen. Es wäre weit gefehlt, davon eine einheitliche CDU-Meinung abzuleiten. Auch ich möchte mich hier nicht einverleibt wissen!", schreibt Udo Schobeß in einer Pressemitteilung zu Berichten, die das Einkaufszentrum im Bereich des Güterbahnhofs (Rinteln-Stadthägener-Eisenbahn) mittlerweile als zweitrangig einstufen. Einige Ratsmitglieder sehen derzeit das Kloster-Karree als vorrangiges städtisches Projekt zur Attraktivitätssteigerung der Fußgängerzone an.
Schobeß warnt zur Vorsicht, da die entscheidenden Gremien noch keine endgültigen Beschlüsse gefasst haben. Jede Ratsdame und jeder Ratsherr seien da nur ihrem eigenen Gewissen und ihrer Verantwortung für das Wohlergehen von "ganz" Rinteln verpflichtet. "Doch meines Wissens hört Rinteln nicht an den Grenzen der Innenstadt auf", so Schobeß.
Die kürzlich festgestellte angespannte Haushaltslage zeige doch eindringlich, dass das Stadtsäckel für jede Investition dankbar sein sollte, die in Rinteln erfolgt? "Es ist ein ungeheuerliche Anmaßung, Rinteln Nord davon ausschließen zu wollen!", schimpft Schobeß und weiter: "Einigkeit in der Partei wäre schön und wünschenswert, aber nicht wenn man den Blick für die Gesamtheit der Stadt Rinteln dabei verliert", kritisiert er seine CDU.
Er selbst sei ein Befürworter des Kloster-Karree und des Zentrum Nord. Beim Kloster-Karree sei man jedoch bisher über den planerischen Stand noch nicht hinausgekommen. Finanziell habe sich der Investor noch nicht wirklich eingebracht. "Nur die Berichterstattung über eine Planung macht daraus noch keine Steuereinnahme", so der Ratsherr.
Fakt sei, dass das Zentrum Nord schon länger Befürworter habe. Zudem bringe sich der Investor Volksbank bereits langfristig klar und verlässlich ein, passte seine Planungen auf Wunsch der Stadt mehrfach an und habe schon finanziell investiert. "Davor kann man nicht einfach die Augen verschließen", stärkte Schobeß der Volksbank den Rücken.
Offensichtlich brodelt es gewaltig in den Reihen der CDU, denn Schobeß schreibt auch: "Ein Parteiaustritt käme für mich als Mittel zum Zweck nicht in Frage, zumal es an den Gegebenheiten nichts ändert." Er wünscht sich stattdessen parteiinterne Überzeugungsarbeit in den einzelnen Ausschüssen. Viele Mandatsträger müssten sich wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben besinnen, kontinuierlich zum Wohle von "ganz" Rinteln zu arbeiten.
Foto: privat