1. Tennisspieler als kleine Boßel-Experten

    Naturnah mit unentbehrlichen Stärkungsmitteln auf Feldwegen unterwegs

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    BAD EILSEN (ste). Bei stürmischem Wind trafen sich Tennispieler sowie eine Tennisspielerinnen des Tennisclubs Bad Eilsen am Jahnstadion in Bückeburg, um auf den Feldwegen Richtung Scheie und Rusbend dem traditionellen friesischen Volkssport Boßeln zu

    Mit unentbehrlichen Stärkungsmitteln machen sich die Tennisspieler zum Boßeln auf den Weg durch die Natur.

    frönen. Die friesische Devise hierzu lautet: Der Friese lernt zuerst das Laufen und dann das Boßeln. Nun, auch die Eilser Tennisspieler lernten das Laufen, bevor sie auf die Idee kamen, Kugeln auf Landstraßen zu "werfen", zu "schieben" und zu "rollen". Die alte norddeutsche Sportart Boßeln hat sich in den letzten Jahren in einigen Teilen Nordeutschlands zu einem Breitensport entwickelt und wird in fast allen Dörfern Oldenburgs und Ostfrieslands in Vereinen betrieben. Es bildeten sich sogar neue Vereine in der Lüneburger Heide, Osnabrück, Nordrhein-Westfalen und im Harz. Boßeln ist eine Sportart für jede Altersklasse, die bei jedem Wetter und mit beliebig vielen Freunden betrieben werden kann. Nebenbei kann man die Natur erleben und genießen. Trotz der vielen Ähnlichkeiten mit anderen Sportarten wie Kegeln, Bowling oder Boccia trifft kein Vergleich die Eigenart des Boßelsports. Die Boßel-Kugeln bestehen aus "Gummi" oder "Holz" und die Tennisspieler hatten sich Hartgummikugeln von einem ostfriesischen Boßelexperten aus dem Finanzamt Leer mit dem notwendigen Zubehör ausgeliehen. Die Tennisspieler hatten Technik, Regeln und Rituale schnell kapiert. Zunächst wurde die Kugel "gebrauchsfertig" gemacht. Das heißt bei feuchtem Wetter und vorübergehendem Grabenaufenthalten wurde sie mit einem Lappen trocken gerieben. Und dann gaben die Tennisspieler ihr Bestes! Zwei Mannschaften - nach scheinbarer Spielstärke zusammengestellt - traten gegeneinander an. Mit dabei das Wägelchen mit unentbehrlichen Stärkungsmitteln; der kühlen Witterung angepasst. "Es war ganz schön lustig, besonders nach mehreren Bechern Glühwein als Zielwasser", da waren sich die Spiellustigen einig. Da die Gräben an den Wegen mit reichlich Wasser gefüllt waren, gestaltete sich auch das Suchen der Kugel mit dem Krabber-Kescher interessant und zeitaufwendig. Doch alle hatten viel Spaß und wollen auch beim nächsten Mal wieder dabei sein.

    Foto: privat

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