1. Rund 13.000 Gäste besuchen das Mausoleum in St. Martini

    Förderverein arbeitet erfolgreich / Neuer Name steht für einen Neuanfang

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    STADTHAGEN (mk). Der Förderverein Erlebniswelt Renaissance Stadthagen hat sich einen neuen Namen gegeben. Damit will man sich zum einen stärker von der Erlebniswelt Renaissance Gesellschaft abgrenzen und zum anderen den Neuanfang unterstreichen. Einstimmig entschieden sich die Mitglieder für den Namen "Renaissance Stadthagen e.V.". Wichtigstes und umfangreichstes Projekt zurzeit ist die Restaurierung des Mausoleums in der St. Martini Kirche.

    Vorsitzender Dr. Udo Jobst betonte die überaus gute Zusammenarbeit mit der Kirche sowie der Verwaltung. Viele verschiedene Aktionen angefangen vom Vortrag bis hin zur Restaurierung des Mausoleums haben laut Jobst dazu beigetragen, dass das Thema Renaissance stärker in den Vordergrund rückt. Bei der Restaurierung gehe es um den Erhalt und nicht um eine "Verhübschung", daher werde man kaum Veränderungen wahrnehmen. Zurzeit werden außen die Fugen ausgeschlagen, dies laufe, so Joachim Fellmann aus dem Vorstand, dank des milden Wetters sehr gut. Im Innenbereich ist man dabei die Fenster zu restaurieren, allerdings muss man sich noch mit dem Landesamt für Denkmalschutz und der Fürstlichen Hofkammer einigen, wie dies geschehen soll. Auch das Schriftfries, welches teilweise stark verwittert ist, soll restauriert werden. Noch vorhandene Spuren sowie eine Urkunde aus dem Jahr 1766 bestätigten die Vermutung, dass es sich um vergoldete Bleibuchstaben gehandelt haben muss. Und mit genau dieser Art von Buchstaben will man den Fries wieder herstellen. Allerdings kostet einer rund 250 Euro. Um die Finanzierung zu sichern will der Verein die Buchstaben an interessierte Bürger verkaufen. Bürgermeister Bernd Hellmann hat für die Stadt bereits Interesse am ersten und letzten Buchstaben bekundet und auch die Kirche will sich beteiligen. Die Aktion soll noch einmal gesondert vorgestellt werden. Hellmann sicherte die weitere Unterstützung der Stadt zu.

    Ein wichtiges Thema des Abends war die drohende Pleite der EWR-Gesellschaft. Im November 2006 war es bereits zu einem Wechsel in der Geschäftsführung gekommen, die so Jobst, einen Neubeginn darstellte. Die E-Guider wurden verbessert, besonders die Anforderungen an den Inhalt hatten sich erhöht, da immer mehr kunsthistorisch interessierte Besucher in das Mausoleum kamen. Dieses wird mittlerweile in der Fachliteratur ausführlich erwähnt. Rund 13 000 Besucher kamen im letzten Jahr, rund zwei Drittel nicht aus Schaumburg. Mit dem gemeinsamen Symposiums von Förderverein und Schaumburger Landschaft im kommenden April will man den Bekanntheitsgrad weiter steigern und weltweite Aufmerksamkeit erlangen.

    Im Sommer 2007 sei der Verein von der drohenden Insolvenz der Gesellschaft überrascht worden. Jobst betonte, dass der Förderverein keinen Einfluss auf diese Entwicklung gehabt habe. Landrat und Mitglied Heinz-Gerhard Schöttelndreier machte deutlich, dass die Probleme der Insolvenz um Stadthagen und Bückeburg herumgelenkt werden konnten. Denn im Grunde seien dies die einzigen Projekte der EWR, die auch funktionieren. Man sei bei der Vorstellung des Projektes EWR von zahlreichen Experten überzeugt worden, dass es ein Erfolg wird. Und auch die EU und das Land Niedersachsen hätten sich begeistert gezeigt und seien bereit gewesen, Förderungen von bis zu 75 Prozent zu gewähren. Zweifel an den prognostizierten Besucherzahlen seien immer wieder zerstreut worden, haben sich letztlich aber als begründet herausgestellt. Ein weiterer Grund für das Scheitern sei im Vertrauen auf eine neue und einzigartige Technik zu suchen. Diese sei nicht ausgereift gewesen und habe letztlich zur Insolvenz des Herstellers geführt. Der Kampf um die Urheberrechte und der Neuanfang mit einer anderen Firma habe viel Zeit und Geld in Anspruch genommen. Dem Landkreis Schaumburg könne jedoch kein Vorwurf gemacht werden.

    Ein Gutachten habe ergeben, dass die schadensstiftenden Ereignisse stattgefunden haben noch bevor der Landkreis als Gesellschafter bei EWR eingestiegen ist. "Ich habe da ein ganz reines Gewissen", so Schöttelndreier. Nun sei die EWR aufgelöst worden, um der Fördervoraussetzung der Vernetzung aller Projekte nachzukommen werde es nur noch eine Koordinierungsstelle geben. Der Landkreis habe zudem durchgesetzt, dass der Förderverein nicht haftbar gemacht werden kann und dass die Zuschüsse nur nach einer standortbezogenen Abrechnung gezahlt werden. So stelle man sicher, dass die Gelder nur in die heimischen Projekte fließen. Dem Verein bleibe zudem eine gewisse Selbständigkeit erhalten. "Wir sind da gut bei weggekommen", machte er deutlich. Dennoch sei die Entscheidung für EWR richtig gewesen, denn nur so habe man Projekte wie das Mausoleum überhaupt in Angriff nehmen können.

    Foto: mk

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