1. FDP befürchtet Leerstände und favorisiert Klosterkarree Konsumverhalten kann durch die Politik nicht gesteuert werden

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    RINTELN (ste). Die Reihenfolge der Verwirklichung zweier Großprojekte im Norden und Süden der Stadt sieht die FDP als falsch an. Zuerst ein Einkaufszentrum in der Nordstadt und die Verlagerung von Aldi, Deichmann & Co. in diesen Bereich um die Volksbank herum und dann das Klosterkarree in der Südstadt; dies sähe die FDP gerne genau anders herum. Auch bezweifelt Paul-E. Mense, dass sich alle Betreiber und Investoren an die Empfehlungen der CIMA (eine auf die Belange des Einzelhandels spezialisierte Beratungsgesellschaft) halten werden: "Vor allem bei der Sortimentsgestaltung; ein bisschen Lebensmittel da, ein bisschen Hundefutter dort, günstige Anbieter (Discounter) hier und weniger günstige aber qualitativ hochwertigere Fachgeschäfte dort. Immer schön ausgewogen, damit der Konsument nicht nur in der Nord- sondern auch in der Südstadt seinen Bedarf an Gütern und Dienstleistungen seinem Geldbeutel entsprechend deckt." Natürlich sei auch etwas Konkurrenz erlaubt, denn die belebe ja angeblich das Geschäft; aber nicht zu viel, damit andere Anbieter nicht über den "Deister" gehen. Dazu noch mitten in der Stadt eine Schranke, wie es kürzlich in einem Gutachten von Verkehrsexperten vorgeschlagen worden sei. Mense meint: "Zu schön um wahr zu sein, wenn es gelänge, das Konsumentenverhalten so geschickt zu steuern, wie es uns die Theoretiker Glauben machen wollen!"

    Und dann seien da auch noch die Betreiber und Investoren: "Ob die sich wohl an all die scheinbar guten Empfehlungen in der Sortimentsgestaltung wirklich halten werden? Wir haben unsere Bedenken!" sagt Mense. "Vor allem befürchten wir, dass es zu einem Überangebot kommen wird; und die Verlagerung einiger Betriebe wie Aldi und Deichmann in das neue Einkaufsgebiet in der Nordstadt wird zu Leerständen führen. Vielleicht wird auch der Investor für das geplante Klosterkarree noch einmal nachdenklich werden, denn schließlich soll das Vorhaben in der Nordstadt zeitlich vorrangig behandelt werden!"

    Dem Klosterkarree sollte die Politik den höheren Stellenwert beimessen, sagt auch FDP Ortsratsmitglied Rolf Edler, der Nachfolger von Karl Lange. Im Südbereich der Stadt müsse sich einiges tun, zumal die wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln kaum noch gegeben sei. "Vielleicht erinnern sich noch einige Verantwortliche an Herrn Klotz, dem Spezialist für Stadtmarketing aus Bad Reichenhall, der bei seinem dritten Vortrag im Ratskeller sagte, dass die Attraktivität der Stadt bereits dort ende, wo die Fußgängerzone aufhört", so Mense abschließend.

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