1. Eine Krankenkasse wird 125 Jahre "jung" Gesundheitsministerin Ulla Schmidt feiert beim Jubiläum der BKK24 in Bad Nenndorf mit

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    BAD NENNDORF (pd). Einen ganz besonderen Gast konnte BKK24-Vorstand Friedrich Schütte beim Jubiläumsempfang der Krankenkasse in der Bad Nenndorfer Wandelhalle begrüßen: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Die dienstälteste Gesundheitsministerin Europas sprach vor gut 200 Gästen zum Thema "Die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung im Deutschen Versicherungswesen". Und sie bescheinigte der BKK24, im Zuge tief greifender Strukturveränderungen der letzten Jahrzehnte einen Weg gefunden zu haben, in Zukunft die Hürden zwischen "Wahlfreiheit" und "Wettbewerbsfähigkeit" bewältigen zu können.

    Natürlich erwarteten die Experten unter den aufmerksamen Zuhörern vor allem Ausführungen zu den Stichworten "Gesundheitsfonds" oder "Risiko-Strukturausgleich" von der Gesundheitsministerin. Bevor diese das Rednerpult einnahm, nutzte Andrea Zimmermann, Verwaltungsratsvorsitzende der BKK24, die Gelegenheit, die rasante Entwicklung der in Obernkirchen ansässigen Krankenkasse aufzuzeigen. Sie skizzierte den Wandel von einer "Traditionskrankenkasse" zu einem modernen "Gesundheitsdienstleister". Die BKK24 sei zwar nicht die älteste Krankenversicherung, gehört aber mit zu den ältesten in Deutschland. Verantwortlich für 110 000 Versicherte stehe die "24" im Namen für das Versprechen, rund um die Uhr für diese da zu sein.

    Die Auswirkungen von Reformen im Gesundheitswesen in der Vergangenheit und die Einführung des "Gesundheitsfonds" im kommenden Jahr standen im Mittelpunkt der Rede von Ulla Schmidt. Die in den letzten Jahren eingeleiteten Veränderungen im Gesundheitssystem seien notwendig gewesen, verteidigte die Ministerin. Die 1996 im Zuge einer Reform eingeführte Wahlfreiheit wertete die prominente Rednerin als eine besonders wichtige Neuerung. Die Betriebskrankenkassen hätten dabei ihre Chancen genutzt und durch ein attraktives Angebot für die Mitglieder ihre Position am Markt halten oder sogar ausbauen können.

    Ulla Schmidt hob die Tatsache hervor, dass zu den Stärken des deutschen Gesundheitswesens auch zählen würde, dass gesetzlich Versicherte Zugang zu Innovation hätten. Sie zählte dabei die Endoprothetik, die Dialyse, Transplantationen oder onkologische Leistungen auf. Der Einsatz modernster Entwicklungen sei aber nicht zum Nulltarif zu haben. Krankenkassen müssten wirtschaftlich denken und handeln, um bestehen zu können. Allein die Ausgaben für Arzneimittel belaste das System mit 30 Milliarden Euro jährlich.

    Um die Kosten im Griff halten zu können, plädierte Schmidt für "Prävention vor Behandlung" und für "Rehabilitation vor Pflege". Die Menschen sollten noch mehr als bisher in die Pflicht genommen werden, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Impfungen und "Vater-Mutter-Kind-Kuren" seien Investitionen für die Zukunft. Menschen sollten nach Möglichkeit so lange wie möglich in ihrer eigenen Umgebung leben und versorgt werden. Und bei den enormen Ausgaben für Arzneimittel müsse eine konsequente "Kosten-Nutzen-Analyse" helfen, Gelder einzusparen. Dieser Sektor sei die "Achillesferse" im Gesundheitswesen, stellte die Ministerin für sich fest.

    Wenn der Gesundheitsfonds im nächsten Jahr kommt, müssten sich die Krankenkassen neu aufstellen. Ulla Schmidt zeigte sich davon überzeugt, dass die Kassen mit einem guten Preis-Leistungs-Angebot am Markt bestehen könnten. Mit dem großen Spektrum vor allem im Bereich "Prävention" seien die Betriebskrankenkassen gut aufgestellt. Mehr Solidarität und eine individuellere Betrachtung der Bedürfnisse der Versicherten könnten nach ihrer festen Überzeugung durch den Gesundheitsfonds und den "Risiko-Struktur-Ausgleich" möglich werden.

    Wolfgang Schmeinck vom BKK-Bundesverband erinnerte in seiner Rede daran, dass die Betriebskrankenkassen die 1996 eingeführte Wahlfreiheit mit besonders großer Skepsis betrachtet zu haben. Die BKK24 sei ein gutes Beispiel dafür, wie durch Fusionen und optimierte Kundenwerbung ein moderner Gesundheitsdienstleister entstanden sei. Diese Entwicklung mache Mut für die Zukunft, sei aber keine Garantie für einen "Bestandsschutz" auf Dauer. Einen Beweis dafür, wie anpassungsfähig die BKK24 sei, lieferte Ingo Werner, der gleich in zwei Funktionen zu den Jubiläumsgästen sprach. Zum einen als Vorstand im BKK-Landesvorstand, zum zweiten als Geschäftsführer der Gesellschaft "Spectrum/K". Mit der Fusion kleinerer und größerer Betriebskrankenkassen zu dieser Allianz habe man eine neue Form der Zusammenarbeit gefunden. Auch, um die Entwicklung hin zu einer "Einheitskasse" zu stoppen. Foto:pd

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