BAD NENNDORF (pd). Die besondere Bedeutung von Luftentkeimungs-Geräten in Zeiten verqualmter Raucherzimmer in der Gastronomie hob Werner Schröder von der Firma "bioclimatic" in Bad Nenndorf bei einem Besuch von EU-Parlamentspräsident Pöttering hervor. Aber auch die anderen innovativen Entwicklungen aus dem aufstrebenden mittelständischen Unternehmen fanden bei dem hohen EU-Politiker große Beachtung. Der "bioclimatic"- Inhaber und sein Vertriebsleiter Peter Heber nutzten die "Gunst der Stunde" und präsentierten selbstbewusst der Besuchsdelegation ihre Luftentkeimungssysteme, die Abluft- Reinigungssysteme und die Luftionisationssysteme.
Besonders beeindruckt zeigte die der EU-Parlamentspräsident Professor Hans-Gert Pöttering (CDU) von der Nachricht, dass das Unternehmen mit Sitz Im Niedernfeld in Bad Nenndorf sogar Aufträge aus Indonesien und Indien vorweisen könne. Dabei handele es sich um Abschlüsse in der Größenordnung von 30 Millionen Euro, verriet Inhaber Werner Schröder. Dafür soll "bioclimatic" unter anderem Krankenhäuser in Indien mit Geräten der neuesten Generation ausstatten. Es fehle lediglich noch an der Freigabe der Mittel durch den Staat.
Unter der Markenbezeichnung "Air-Quality" entwickelt und produziert das Unternehmen Gerätereihen für gesunde, keimarme und geruchsneutrale Raumluft. In den Auftragsbüchern finden sich namhafte Adressen. Darunter das Ludwig-Ehrhard-Haus in Berlin, Sitz der Industrie- und Handelskammer in der Bundeshauptstadt. Hier soll demnächst eine Anlage installiert werden, die die Luft reinigt und entkeimt und dabei gleichzeitig eine Energieeinsparung von bis zu 40 Prozent möglich macht. Profitiert haben die Entwickler bei "bioclimatic" in diesem Fall von einer bahnbrechenden Entscheidung des EU-Parlamentes in Brüssel. Dort wurde eine neue DIN-Vorschrift verabschiedet, die eine systemgesteuerte Versorgung mit Umluft in Räumen erlaubt. Schröder machte nähere Ausführungen zu dem Thema und bedankte sich bei seinem Gast für die neue Verordnung, die den Einsatz der neuen Technik möglich macht.
Eingesetzt werden "bioclimatic"-Geräte aber nicht nur in Bürogebäuden. Auch im größten Schnittblumenlager in Holland, in einer großen Käserei, auf Kreuzfahrtschiffen oder auch im Niedersächsischen Landtag sorgen die Apparate für ein Raumklima, dass die Bildung von Keimen oder Schimmel verhindert und unangenehme Gerüche vertreibt. Eine besondere Entwicklung präsentierte Schröder mit dem Virenkiller "Viroxx 150". Das eigentlich für den Kampf gegen die Vogelgrippe entwickelte Gerät ist in der Lage, Raucherzimmer in "Frischluftoasen" zu verwandeln. Bei "bioclimatic" testen Mitarbeiter das Entkeimungsgerät sozusagen im Selbstversuch. Im Konferenzzimmer darf geraucht werden, die "dicke Luft" bleibt aber weg. Verantwortlich dafür ist der Dauereinsatz des 1700 Euro teuren Gerätes, das die Luft von jeglichen Partikeln und Feinstaub säubert. "Kalter Rauch" ist so kein Thema mehr, erfuhren der EU-Parlamentspräsident und die aus der Führungsriege der Schaumburger CDU und dem CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Runkel bestehende Besucherdelegation.
Wie Schröder berichtete, halte sich der Ansturm auf diese Geräte allerdings noch sehr in Grenzen. Überhaupt sei der Betrieb mit 20 Mitarbeitern, was die Vermarktung der Geräte anbelange, noch ausbaufähig, wie der Inhaber zugeben musste. Man sei eben mehr an der Technik interessiert und kümmere sich wenig um den Vertrieb. Der Jahresumsatz von rund 3,5 Millionen Euro sei daher sicher noch "ausbaufähig", erklärte er weiter. Foto:pd