RODENBERG (pd). Auch den Gang in die längere Winterpause musste der Rodenberger Boulesportverein (BSV) ohne Aussicht auf eine öffentliche Bahn antreten. In ihrer jüngsten Sitzung hat die Mehrheit des Rates die Ablehnung im Verwaltungsausschuss bestätigt und damit die Hoffnungen des BSV, der bei der Sitzung zahlenmäßig gut vertreten war, einmal mehr zunichte gemacht.
Mit einem Antrag wollte der FDP-Ratsherr Ignaz Stegmiller erreichen, dass die Diskussion über eine öffentliche Boulebahn in Rodenberg erneut in Gang gebracht wird. Seine Begründung: Bislang sei das Thema lediglich in den Fachausschüssen und im intern tagenden Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt behandelt worden, nicht in einer öffentlichen Ratssitzung. Stegmiller argumentierte in seiner Begründung für den Antrag mit der Feststellung "der Meinungsbildungsprozess solle von außen durchsichtig und nachvollziehbar sein". Die Bürgerinnen und Bürger sollten aus ihrer eigenen Kenntnis und Beurteilung eine sachgerechte Kritik an Entscheidungen sowie an einzelne Mandatsträger anbringen können.
Einen "Knackpunkt" hatte die ganze Sache aber, wie der stellvertretende Stadtdirektor Günther Wehrhahn dann eindeutig feststellte: Die Niedersächsische Gemeindeordnung würde laut seiner Kenntnisnahme vorsehen, dass über im VA getroffene Beschlüsse im Nachhinein im Rat nicht mehr abgestimmt werden dürfe. Stadtdirektor Uwe Heilmann ergänzte, dass sich die Verwaltung in der Frage im engen Konsens mit der Kommunalaufsicht befände und die Verwaltung in Rodenberg die Rechtslage vor der Ratssitzung genau geprüft habe.
Carsten Schulz, Sprecher der CDU/WGR- Mehrheitsfraktion, erklärte, es gebe durchaus genügend Möglichkeiten für den Verein, in Rodenberg Boule zu spielen. Um auf der Bahn des Schützenclubs oder der Bahn des TSV Algesdorf spielen zu können, müsse man dort allerdings eine Mitgliedschaft eingehen. Die Ablehnung des BSV, das Angebot der Stadt am Kleinen Brunnen abzulehnen, wertete Schulz als "vergebene Chance". Für die Gruppe CDU/WGR gebe es jetzt keinen weiteren Handlungsbedarf mehr, machte Schulz deutlich.
Ratsherr Peter Friedrichkeit (SPD) sah dagegen durchaus eine Möglichkeit, das Thema "Öffentlicher Bouleplatz" wieder aufzunehmen. Man könne im Rat "bei Null wieder anfangen", so seine Einschätzung.
Sich daran festzubeißen, dass der Verein den Standort an der Allee abgelehnt habe, würde für ihn keinen Sinn machen.
Unruhig wurde es unter den vielen anwesenden BSV-Mitgliedern, als Bürgermeister Altenburg (CDU) einräumte, er habe nichts gegen eine öffentliche Boulebahn auf SGR-Areal, wenn der BSV diese Bahnen deutlich mit einem Zaun von dem übrigen Sportgelände der Sportgemeinschaft abgrenzen würde. Gerade diese Vorgabe war hinlänglich bekannt und allem Anschein nach auch in einer Sitzung des VA bereits ohne Mehrheit geblieben. Ratsherr Stegmiller musste sich nach der Sitzung von Wehrhahn über diesen Tatbestand aufklären lassen.
Mit großem Frust verfolgten die BSV-Mitglieder im "Ratskeller"- Saal die Aussprache und mussten erleben, dass der Antrag von Stegmiller abgelehnt wurde. Die aktiven Boulespieler mischten in der abschließenden Fragestunde noch kräftig mit.
Einen Ordnungsruf gab es für das BSV-Vorstandsmitglied Martin Bühre, als dieser den neuen Ehrenringträger der Stadt, Carsten Schulz, persönlich angriff. Beim Hinausgehen der "Öffentlichkeit" vor Beginn der nichtöffentlichen Ratssitzung wurde deutlich: Die meisten BSV-Mitglieder zeigten überhaupt kein Verständnis für die weiterhin ablehnende Haltung der Mehrheit im Rat und im Verwaltungsausschuss.