1. TUS-Jahn sieht sich benachteiligt

    Vorsitzender beklagt Ungleichbehandlung der Vereine durch die Gemeinde

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    LINDHORST. Erstmalig lieferte Helmut Kramer, im letzten Frühjahr frisch gewählter neuer Vorsitzender des TUS Jahn Lindhorst, seinen Rechenschaftsbericht ab. Neben der Darstellung getätigter Investitionen, einer Erläuterung der Haushaltslage und der Ankündigung von Vorhaben im laufenden Jahr sprach Kramer vor der mit 56 Mitgliedern gut besuchten Jahreshauptversammlung des Sportvereins, darunter Bürgermeister Hans - Otto Blume, Klartext mit Blick auf die Gemeinde Lindhorst.

    Mitglied seit einem Vierteljahrhundert: (v. li.) Willi und Gudrun Görz, Hilda und Peter Klimke sowie Hans - Ulrich Pawlik.

    Helmut Kramer (li.) dankt Karl - Heinz Hardekopf für den langjährigen Einsatz im Verein.

    Kramer bemängelte die Ungleichbehandlung der Lindhorster Vereine durch die Gemeinde. Konkret führte er das Beispiel des im Ort ansässigen Kultur- und Fördervereins an, der im neuen Dorfgemeinschaftszentrum Hof Gümmer das Heimatmuseum und ein Museumscafe betreibe, dafür aber nur einen minimalen Pachtbetrag zahle. "Das ist nicht gerechtfertigt", führte der TUS Jahn - Chef aus. Kramer verdeutlichte, dass der TUS Jahn eine nicht unerhebliche Jugendarbeit und seinen Beitrag für die Gesundheit der Menschen leiste, trotzdem müsse der Verein nach wie vor einen Eigenanteil an den anfallenden Hallennutzungsgebühren zahlen.

    Bürgermeister Blume hatte eingangs der Versammlung das "Verhältnis zwischen Gemeinde und TUS Jahn als an sich problemlos" dargestellt, auf einen Zwischenruf Kramers die Aussage aber eingegrenzt und angefügt "aus Sicht der Gemeinde". Die Gemeinde Lindhorst sei ein "verlässlicher Partner" für den Sportverein, für den vor zwei Jahren die Hallennutzungsgebühren gesenkt worden seien. Damals war der zu zahlende Anteil durch den Verein von fünfzig auf zwanzig Prozent reduziert worden. Der Bürgermeister lobte die gute Pflege der Gemeindesportanlage durch die Sportler: "Die Außenanlagen sind gut in Schuss".

    In seinem umfangreichen Rechenschaftsbericht ging Kramer auf die Vorstandsarbeit sowie auf vielerlei Aspekte des Vereinslebens ein. Kramer unterstrich, dass Weiterbildungsmaßnahmen auf Kreisebene einen erheblichen Vorteil für die sachbezogene Vorstandsarbeit gebracht hätten. Der Vorsitzende würdigte die gute, von Iris Fischer geleistete Jugendarbeit und dankte den vielen Eltern, die diese Arbeit durch ihr Mitwirken aktiv unterstützten. Nach seinen Worten ist der Mitgliederbeitrag im Vergleich mit anderen Sportvereinen nicht zu hoch angesetzt. Die Mitgliederzahlen sind jedoch leicht rückläufig und um 31 auf 988 Mitglieder gefallen. Der Verein finanziert sich nach Aussagen Kramers auch aus Spenden und Sponsorengeldern und wenn die Vereinsgaststätte, wie gegenwärtig der Fall, einen rückläufigen Umsatz verzeichne, dann fehlen die Gelder, so Kramer, im Haushalt. Dort sei allerdings nach der Senkung der zu zahlenden Hallennutzungsgebühren eine spürbare Entlastung zu vermerken. Trotzdem habe man ein Darlehen aufnehmen müssen, um anstehende Baumaßnahmen zu finanzieren. Kramer nannte hier eine weitere Überdachung, den Bau einer Grillhütte und den Einbau einer neuen Heizungsanlage. Im abgelaufenen Jahr hat der Verein bereits in eine Solaranlage, eine Anzeigentafel sowie in neue Jugendtore und in die Sanierung der Duschen investiert. Auch musste ein neuer Rasenmäher beschafft und die Drainage ausgebessert werden. Kritisch ging der Vorsitzende mit dem Rummäkeln an dem einige Male durchgeführten Sportlerball um. Hier sei eine "unsachgemäße Kritik" vorgebracht worden, daraufhin sei der Ball "eingeschlafen". Immerhin habe das Vereinsvergnügen wesentlich zum Vereinsleben beigetragen. In zwei Jahren feiert der TUS Jahn sein hundertjähriges Bestehen. Dafür laufen mittlerweile die Vorbereitungen an und die Vereinsführung ist auf der Suche nach Dokumenten.

    Zwölf Mitglieder standen für eine Ehrung an, da sie allesamt vor 25 Jahren dem Verein beigetreten waren. Aber nur fünf waren anwesend und so wurden Hans - Ulrich Pawlik, Hilda und Peter Klimke sowie Gudrun und Willi Görz für ihre langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Sozialwart Karl - Heinz Hardekopf verzichtete nach 36 Jahren auf eine erneute Kandidatur und gab sein Amt auf. Helmut Kramer dankte ihm für seinen fast vier Jahrzehnte währenden Einsatz und überreichte ein Präsent. Foto: privat

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