1. Konzert mit beeindruckender "Message"

    Wolfgang Westphal und die Göttinger Symphoniker intonieren Beethovens "Neunte" in Nikolai

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    RINTELN (km). Ein richungsweisendes Meisterwerk der Musikgeschichte erlebten rund 450 Besucher beim Neujahrskonzert in der Nikolai-Kirche: Unter der Leitung von Wolfgang Westphal intonierten die Göttinger Symphoniker Ludwig van Beethovens berühmte Symphonie Nummer 9 in D-Moll. Unterstützt wurde das Orchester vom Schaumburger Oratorienchor sowie dem Jugendchor der Evangelischen Singschule. Als Solisten wirkten Ina Westphal (Sopran), Eva Schneidereit (Alt), Michael Pflumm (Tenor), und Wilhelm Schwinghammer (Bass) mit.

    Weil es bei dem vom Kulturring Rinteln e.V. als Veranstalter und der Volksbank in Schaumburg als Sponsor präsentierten Konzert mehr Interessenten als Karten gab, war die Kirche bereits bei der Generalprobe am Sonntagnachmittag für das Publikum geöffnet worden.

    Die Bedeutung des Werkes auf der Schwelle von der Klassik zur Romantik war bereits nach der Uraufführung im Jahr 1824 unzweifelhaft klar: Ludwig van Beethoven avancierte nicht nur zum bedeutendsten Musiker, sondern zum bekanntesten Mann überhaupt in Europa - der allerdings längst so taub war, dass er keinen Applaus mehr wahrnehmen konnte. Als er drei Jahre später starb, kamen über 20.000 Menschen zu seiner Beerdigung. Auf die nach wie vor beeindruckend verpackte "Message" im Schluss-Chor über Schillers "Ode an die Freude" wartete auch das Publikum in der Nikolai-Kirche gern eine gute Stunde - und so mancher Zuhörer hätte sich schließlich wohl sogar gewünscht, als Aktiver im Chor mitgesungen zu haben. Was ganz im Sinne des Dirigenten gewesen wäre: Zum Thema "alle Menschen werden Brüder" hatte Wolfgang Westphal bei der Begrüßung des Publikums Entsprechendes angeregt: "Wenn noch mehr Menschen miteinander musizieren würden, dann würde das noch besser klappen." - Das Neujahrskonzert gehört zu den ganz wenigen kulturellen Veranstaltungen in Rinteln, bei denen ein ausverkauftes Haus praktisch obligatorisch ist. Bereits nach drei Tagen hatte der Kulturring diesmal alle Karten im Vorverkauf veräußert. Das volle Haus ist allerdings auch bitter nötig, um das Konzert überhaupt zu finanzieren: Selbst wenn kein einziger Stuhl mehr frei ist, verbleibt immer noch ein erhebliches Defizit in der Kasse. Umso erfreuter zeigten sich die Organisatoren daher, dass sich die Volksbank Schaumburg auch in diesem Jahr bereit erklärt hatte, den roten Bereich in der Bilanz großzügig abzudecken. Foto: km

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an