LINDHORST. Der Saal im Dorfgemeinschaftshaus Hof Gümmer war gut gefüllt, als SPD - Samtgemeindeverbandsvorsitzender Erwin Martin die zahleichen Gäste des Neujahrsempfangs seiner Partei begrüßte.
Neben zahlreichen Parteimitgliedern hatten sich Vertreter aus Kommunalpolitik, Verwaltung sowie aus Vereinen, Verbänden und den Kirchengemeinden eingefunden. Bei Blasmusik, Bier und Schmalzbroten lauschten sie den Worten der Redner. Als Gastredner hatten sich die Genossen den Kandidaten ihrer Partei bei den bevorstehenden Landtagswahlen, Grant Hendrik Tonne, eingeladen.
Grant Hendrik Tonne: "Komme gern nach Lindhorst".
Pastor Grimme: "Max und Moritz waren Intensivstraftäter".
Erwin Martin: "SPD steht hinter der Feuerwehr".
In seinen Begrüßungsworten beschäftigte sich Erwin Martin ebenso wie anschließend der Lindhorster Bürgermeister Hans - Otto Blume (SPD) und Samtgemeindebürgermeister Gerhard Busche (parteilos) vorwiegend mit kommunalpolitischen Inhalten, mit Themen, die in den vergangenen Wochen und Monaten im Bereich der Samtgemeinde hoch gehandelt wurden. Martin machte deutlich, dass die im Samtgemeinderat vorgenommene zweimalige Senkung der Samtgemeindeumlage mit Blick auf die finanzielle Situation der Mitgliedsgemeinden durchweg positiv zu werten sei. Der Verbandsvorsitzende unterstrich, dass die SPD entgegen anderslautendem Gerede in der Öffentlichkeit voll hinter dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses stehe und ebenso die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges in Heuerßen befürworte. Über die in Erwägung gezogene Abgabe der Kläranlage an den Wasserverband müsse ergebnisoffen gesprochen werden.
Bürgermeister Hans - Otto Blume bedauerte, dass die Diskussion um die Senkung der Samtgemeindeumlage sehr emotional geführt worden sei und stattdessen mehr Gelassenheit, insbesondere beim Samtgemeindebürgermeister, erfordert hätte.
Auf der Vorhabensliste der nächsten Monate stehen nach seinen Aussagen der Ausbau des Erfurter Weges und eine neue Vereinbarung mit der Samtgemeinde, in der es auch um einen möglichen Umzug der Gemeindeverwaltung in den Hof Gümmer und eine größere Effektivität des Bauhofes gehe. Um den Leerstand von Geschäften im Ortskern zu verringern, soll ein Runder Tisch eingerichtet werden. Und für eine möglichst wirksame Nutzung der vier Kindertagestagesstätten wünscht sich Blume die Zusammenarbeit der Einrichtungen unter dem Dach der Samtgemeinde. Lob und Anerkennung fand Blume für die Dorfgemeinschaft Ottensen, die den Aufbau einer Ampelanlage in der Durchgangstraße erreicht habe.
Samtgemeindebürgermeister Gerhard Busche verglich, bevor er eine Bilanzierung der erfolgreichen Arbeit der Samtgemeinde vor seinen Zuhörern ausbreitete, den Neujahrsempfang der SPD mit Veranstaltungen zum politischen Aschermittwoch in Bayern und vermisste, dass beim Neujahresempfang jemand den Politikern den Spiegel vorhalte.
Der Empfang verlaufe nach dem Muster "Wir sind gut und die anderen bekommen nichts zustande." Mit Blick auf die mögliche Veräußerung der Abwasseranlage meinte der Verwaltungschef, dass hier nur eine Verbandslösung denkbar sei, da nur auf diesem Wege noch Einfluss auf anstehende Entscheidungen bei der Festsetzung der Gebühren ausgeübt werden könne. Busche bot seinem Amtskollegen Blume ein Bürgermeisterzimmer im Rathaus der Samtgemeinde an, damit dieser wieder "eine Heimat" habe. Grant Hendrik Tonne ging in seinen Ausführungen auf die von der SPD im Wahlkampf besetzten Themen wie beispielsweise den Mindestlohn und den Wunsch nach mehr Gerechtigkeit ein und machte seinen Standpunkt zum Thema Jugendkriminalität deutlich. Pastor Michael Grimme nahm sich dieses Themas unter Zuhilfenahme der von Wilhelm Busch beschriebenen Taten von Max und Moritz an.
Der Kirchenvertreter verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass das Thema Jugendkriminalität endlich in der Öffentlichkeit die gebührende Beachtung finde, denn es treffe den Nerv der Menschen.
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