BAD NENDORF/RODENBERG (pd). "Hier finden sich alle wieder" – so die Einschätzung von Karl-Erich Smalian beim Betrachten der aktuellsten Ausbaupläne für die B 65 in Höhe Bad Nenndorf und Rodenberg. In einer gemeinsamen Gesprächsrunde im Kreishaus scheint es zu einem echten Durchbruch bei der Abwägung von Lösungsmöglichkeiten gekommen zu sein. Zufrieden über das, was jetzt auf dem Schreibtisch des Kreisbaudezernenten liegt, ist auch Rodenbergs Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann. Auch sein Nenndorfer Amtskollege Bernd Reese wertet die Vorschläge vorsichtig positiv, möchte aber angesichts offener Fragen in Bezug auf die finanzielle Beteiligung seiner Kommune noch nicht ganz so laut jubeln.
Die neueste Variante des B 65 Ausbaus im Bereich Rodenberg / Bad Nenndorf sieht zwei Kreisel vor, um den Verkehrsfluss optimal am Laufen zu halten.
Kreisbaudezernent Karl-Erich Smalian vor dem Plan mit der Variante 4.
Bei der Vorstellung der aktuellsten Planvarianten waren neben Vertretern des Landkreises und den Hauptverwaltungsbeamten aus Nenndorf und Rodenberg auch Kreistagsmitglieder und örtliche Ratsmitglieder sowie Vertreter der Landesbehörde für den Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln, und des Planungsbüros Kirchner anwesend. Im engen Schulterschluss sei dabei nach Auffassung von Smalian eine tragfähige Lösung gefunden worden, die sehr viel von Vorschlägen beinhaltet, die aus Bad Nenndorf und Rodenberg selbst an die Planer und den Landkreis herangetragen worden waren. Damit sei der nun vorliegende Entwurf eine "Lösung aus der Region". Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal vor dem Hintergrund der bislang vorgelegten Varianten für den Ausbau der B 65 zwischen Algesdorf und der Bückethaler Landwehr sind zwei Kreisel, die für einen reibungslosen Verkehrsabfluss am neuen Knotenpunkt "Drei Steine" sorgen sollen. In ersten Vorgaben für den Ausbau der B 65 im Jahr 2002 sei von Experten gefordert worden, einen verkehrssicheren, leistungs- und zukunftsfähigen Ausbau zu schaffen. Diese Maßgabe habe man in dem Abschnitt in Höhe Bad Nenndorf und Rodenberg jetzt allem Anschein nach erreicht, ist der Kreisbaudezernent überzeugt. Zwischen Beckedorf und Bückethaler Landwehr wird es danach keine Ampeln mehr geben, die neue Trasse wird weitgehend höhengleich dem Gelände folgen, teilweise sogar abgesenkt. Der Kraterzoo und die Krähenkolonie bleiben unberührt. Das gilt auch für private Gebäude. Für die Fahrradfahrer aus Algesdorf kommend ergibt sich aus den Plänen eine sichere Anbindung an den Radweg hin zum Gymnasium Bad Nenndorf. Von der Umgehungsstraße her gelangen die Autofahrer aus Richtung Rodenberg direkt auf den ersten Kreisel im Süden. Wer nach Hannover möchte, fährt einfach nach rechts ab. Autofahrer mit Ziel Bad Nenndorf oder Stadthagen überqueren über eine Brücke die B 65 und fahren dann in den zweiten nördlichen Kreisel. Der südliche Kreisel wird zwischen dem Rodenberger Wohngebiet Grover Grenze und der alten Bundesstraßen-Trasse liegen. Die neue Trasse wird in Höhe der Algesdorfer Einmündung "Im Wiesenfeld" kurz vor der Auebrücke einen Schwenk nach Süden machen und erst vor dem Erlengrund wieder auf die jetzige B 65 einmünden. Um die verlängerte Streckenführung in Richtung Erlengrund werde es noch Gesprächsbedarf geben, so Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese. Kreisbaudezernent Smalian spricht die komplizierten Finanzierungsmodalitäten an, nach denen Bad Nenndorf die Verschwenkung in Richtung Erlengrund selber bezahlen müsse und beim Bau des Knotenpunktes 20 Prozent der Kosten zu zahlen hätte. "Alle Kosten, die der Bund nicht klar selber zahlt, sind noch offen", ergänzt der Fachmann weiter. Reese dazu "Da wird man noch nachrechnen müssen". Für Rodenberg sieht das anders aus. Da nach den neuesten Plänen keine Gemeindestraßen berührt werden, bliebe die Baumaßnahme für die Deisterstadt kostenneutral. Da alle Beteiligten aus Rodenberg aber auch ein vitales Interesse daran haben, dass die Ausbaupläne möglichst reibungslos und zügig umgesetzt werden können sei die Stadt bereit, sich finanziell mit einzubringen. "Ich werde im Rat dafür werben, dass wir uns mit 100 000 Euro an den Kosten für die Erstellung des neuen Knotenpunktes beteiligen", verspricht Stadtdirektor Uwe Heilmann. Ganz als "Good-Will-Entscheidung" und ohne eine rechtliche Verpflichtung. "Wir sind froh, dass uns Planer und Landkreis so an die Hand genommen haben und wir unsere Vorschläge jetzt hier wieder finden". Der Samtgemeindebürgermeister sieht eine breite Zustimmung quer durch alle Parteien. Ende Januar wird der Kreisbauausschuss über die neueste Variante abstimmen. Noch in diesem Jahr, so hofft Karl-Erich Smalian, soll mit dem Planfeststellungsverfahren begonnen werden. Er zeigt sich erleichtert darüber, jetzt eine Lösung vorlegen zu können, die von allen Beteiligten getragen werden kann. "Am Ende hat sich doch ausgezahlt, dass wir so ausdauernd waren", freut sich der Dezernent, der seit immerhin sechs Jahren mit dem Thema befasst ist. Foto:mk