1. Stationen eines "Unangepassten"

    "Dietrich Bonhoeffer – Das Leben riskieren"

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    BAD NENNDORF (pd). Die Bitten des Ensembles vor Beginn der Aufführung waren so deutlich wie die szenischen Darstellungen im Anschluss eindrucksvoll waren. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 12 und 13 des Gymnasiums Bad Nenndorf mit der Kurswahl "Religion" sollten doch bitte während der Vorstellung nichts zu essen oder zu trinken zu sich nehmen und die Handys ganz ausstellen, auch die Vibrationsalarme. Alles andere hätte auch die Stimmungsdichte gestört. Die Inszenierung "Dietrich Bonhoeffer – das Leben riskieren" im Forum des Bad Nenndorfer Gymnasiums forderte höchste Aufmerksamkeit.

    Dietrich Bonhoeffer war einer der Männer, die beim Kampf der evangelischen Kirche gegen die Verfälschungen des christlichen Glaubens die Wahrheit des Evangeliums mit ihrem Leben bezeugten. Seine Suche nach Wahrheiten im Evangelium und der Glaube daran führten ihn in den Widerstand gegen das Nazi-Regime. Bonhoeffer wurde 1906 geboren und am 9. April 1945 als Hochverräter im KZ Flossenbürg hingerichtet. Der studierte Theologe wuchs als sechstes von acht Kindern in einem großbürgerlichen liberalen Elternhaus auf, dessen Kirchlichkeit wenig ausgeprägt war.

    Die Produktion der "Theaterinitiative Bühnensturm" zeigte in acht Szenen das Leben Bonhoeffers auf, seine Brüche und Zweifel, aber auch sein konsequentes Handeln, seine Wertentscheidungen. Das Theaterstück, dass im Gymnasium Bad Nenndorf zweimal an einem Vormittag aufgeführt wurde, machte unter anderem deutlich, wie eine Mensch, unabhängig vom jeweiligen Zeitgeist, sein politisches Handeln von Gottes Offenbarung her interpretiert.

    Die Oberstufenschüler der evangelischen und katholischen Religionskurse hatten zuvor im Unterricht ausführlich das Leben und Wirken Bonhoeffers beleuchtet. Auch unter einem thematischen Schwerpunkt des Zentralabiturs "Lebensentwürfe als Beispiele und Vorbilder für ein Leben in der Nachfolge Jesu". Die Fachlehrerin Susanne Warnecke war für die Aufführung der Theatergruppe zuständig. Die vier in verschiedenen Rollen agierenden Berufsschauspieler standen nach dem szenischen Teil auch für eine angeregte Diskussionsrunde zur Verfügung.

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