AUETAL-REHREN (tt). Die demografische Entwicklung prognostiziert, dass bis zum Jahr 2020 das Auetal 500 Einwohner weniger haben wird als heute. "Nimmt man das Angebot der Ganztagsschule dazu, die noch in diesem Jahr eingeführt werden soll, so stellt sich uns die Frage, wie groß muss dann noch das sportliche Angebot sein und wer nimmt es in Anspruch", so der Vorsitzende Dieter Grupe während der außerordentlichen Versammlung des Turn- und Sportvereins (TuS) im Sporthaus an der Obersburg. Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern, warum diese Versammlung noch vor der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung stattfinden sollte. "Wir wollen mit der Sportgemeinschaft (SG) Auetal einen neuen Sportverein gründen, der besonders die Wettkampfsportarten und hier im Besonderen die Fußballsparte am Leben erhält", so der Vorsitzende vor den etwa 60 Mitgliedern des TuS. Aus einer ursprünglichen geplanten Kooperation für den Spielbetrieb in den Jugendbereichen mit den anderen drei Spartensportvereinen des Auetals (SV Hattendorf, TuSG Rolfshagen und TSV Kathrinhagen) wurde schließlich ein Fusionsgespräch mit dem TSV Kathrinhagen. Während sich die Hattendorfer am Anfang der Gespräche noch beteiligten, zogen sie ihre geäußerte Zusage wieder zurück und beschlossen auf ihrer Jahreshauptversammlung vorerst keine weiteren offiziellen Verhandlungen fortzuführen. Die Turn- und Sportgemeinschaft aus Rolfshagen zeigte sich auch an einer Fusion interessiert, will aber erst in drei Jahren ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. Es blieb also nur der TSV aus Kathrinhagen, dessen Vorstand die Notwendigkeit einer fruchtbaren Zusammenarbeit schnell erkannt hat und auch seine Mitglieder davon überzeugen konnte. "Nach Stand der Dinge kommt nur eine Verschmelzung beider Vereine in Frage", so der Vorsitzende weiter, der die Verhandlungen in "Augenhöhe" mit den Kathrinhägern geführt hat. Sparkassendirektor und TuS-Mitglied Hans-Heinrich Hahne steht den Vorständen beratend zur Seite, denn es gilt einen Vertrag über die Verschmelzung beider Vereine zu schließen, in dem alle Einzelheiten festgehalten werden. Damit noch rechtzeitig alle Mannschaften, die an einem Spielbetrieb teilnehmen, gemeldet werden können, muss der Vertrag in den nächsten Wochen beschlossen werden. Dazu benötigt der Vorstand in der Jahreshauptversammlung im Februar eine 4/5-Mehrheit der Mitglieder. "Dies ist bei einer Vereinsgröße von 900 Mitgliedern vermutlich nicht möglich", so Hahne, "darum müssen wir vier Wochen später noch eine Versammlung einberufen, um dann mit 4/5 der anwesenden Mitglieder den Beschluss abzusegnen". Nach den bisherigen Gesprächen beider Vereine werden alle Sparten beibehalten, die sich später über gemeinsame Aktivitäten unterhalten werden. An der Vereinszugehörigkeit und auch an den Beiträgen wird vorerst nicht gerüttelt. "Es wird einige Zeit verstreichen, bis die gemeinsamen Strukturen greifen", so Dieter Grupe in der Diskussionsrunde, die erfreulich sachlich an die Sache heranging. Nach der Verschmelzung beider Vereine zur SG Auetal wird ein komplett neuer Vorstand gewählt, der dann die Arbeit der beiden bisherigen Vorstände weiterführt. Die ehemalige Auetaler Bürgermeisterin Ursula Sapia brachte es auf den Punkt: "Wir sind nun mal eine Gemeinde und sollten das auch in unseren Vereinen zum Ausdruck bringen". Speziell die Fußballer bedauerten (allerdings mehr aus sportlicher Sicht), dass es in Zukunft keine Fußball-Derbys mehr gibt und auch ein Auetal-Pokalturnier der Vergangenheit angehört. "Das Herz schlägt blau-gelb, doch der Verstand lässt uns keine andere Wahl, wollen wir nicht plötzlich ohne Mannschaftssportarten dastehen", so Grupe, der anhand von mehreren Beispielen die Situation erläuterte, wie schwer es geworden ist, eine spielfähige Mannschaft aufzustellen, Trainer und Betreuer zu finden und Sponsoren, die bereit sind, das Ganze zu unterstützen. Wie schnell man sich mit dem Gedanken der Fusion angefreundet hat, zeigt sich auch daran, dass noch während der Versammlung Dinge angesprochen wurden, über die sich erst der neue Vorstand und die Spartenvorstände unterhalten werden. So war aus der Versammlung zu hören: "Spielen wir in blau-gelb oder in blau-weiß (die Farben des TSV), auf welchem Platz spielen wir und wie wird das Vereinswappen aussehen"? Foto: tt
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"In blau-gelb oder in weiß-blau" Außerordentliche Versammlung macht den Weg frei zu einer neuen Sportgemeinschaft
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