BAD NENNDORF (pd). In der Rheuma-Klinik Bad Nenndorf beginnen in diesen Tagen die umfangreichen Umbauarbeiten. Um Patienten und Kurgästen Einschränkungen weitgehend zu ersparen, hat die Klinik die ehemalige Rheuma-Kurklinik Schaumburg an der Horster Straße angemietet. Für zunächst 20 Monate ist das Haus als Dependance angemietet worden. Um den Gästen dort einen adäquaten Aufenthalt und ein breites Spektrum an Therapiemöglichkeiten dort bieten zu können, ist die Mitte März 2007 in Insolvenz gegangene Kurklinik in den vergangenen sechs Wochen umfangreich renoviert worden. Die 90 zur Verfügung stehenden Zimmer sollen helfen, die während der Bauphase in der Rheuma-Klinik an der Bahnhofstraße wegfallenden Raumkapazitäten aufzufangen.
Der Staatsbad-Geschäftsführer Peer Kraatz (links) und der Verwaltungsdirektor der Rheuma-Klinik Bad Nenndorf, Erhard Steege, haben die neue Dependance an der Horster Straße vorgestellt.
Noch in diesem Monat soll das Gartenhaus der Rheuma-Klinik Bad Nenndorf der Abrissbirne zum Opfer fallen. Das Moorbadehaus ist schon seit längerem geschlossen. An der Bahnhofstraße stehen die Zeichen deutlich auf "Bauarbeiten". Für Verwaltungsdirektor Erhard Steege und Peer Kraatz, Geschäftsführer des Staatsbades Nenndorf, ist wichtig, dass Patienten und Kurgäste so wenig wie möglich von Beeinträchtigungen merken. Auch die Kostenträger wie Krankenkassen und Rentenversicherer haben sich im Vorfeld ausführlich darüber informieren lassen, wie während der umfangreichen Baumaßnahmen in und um die Rheuma-Klinik Bad Nenndorf herum der reguläre Kur- und Therapiebetrieb aufrechterhalten werden kann.
Mit der Anmietung der ehemaligen Kurklinik an der Horster Straße habe das Staatsbad die optimale Lösung gefunden, sind Steege und Kraatz überzeugt. In der neuen Zweigstelle können die Qualitätsstandards der Rheuma-Klinik aufrechterhalten werden. Den Patienten und Gästen werden lange Wege erspart, denn die meisten Therapien können auch in der Dependance verabreicht werden. 15 Therapeuten haben sich schon an ihrem neuen "Arbeitsplatz auf Zeit" häuslich eingerichtet und arbeiten hier in hellen, ruhigen Räumen.
Geschafft hat man den Umzug in nur sechs Wochen. Das sei schon ein besonderer Kraftakt gewesen, gibt Steege zu. Bei dieser Gelegenheit spricht er auch den Mitarbeitern ein großes Lob aus, die das ganze "nebenbei" mit erledigt hätten.
Umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten seien notwendig gewesen, um das Haus auf einen optimalen Stand zu bringen. Das Bewegungsbad wurde saniert, die Heizungsanlage ist modernisiert worden. Vortrags- und Aufenthaltsräume, Foyer, Umkleideräume und Patientenzimmer wurden renoviert. Es gibt einen Gruppengymnastikraum und einen freundlichen Speisesaal. Für die Küche mussten zusätzliche Geräte neu angeschafft werden. Über die Kosten aller Maßnahmen schweigen sich beide Verantwortlichen aus. Sie sind aber sicher, dass sich die Ausgaben wirtschaftlich rechnen lassen.
Auf drei Hausebenen stehen in der Dependance 90 Zimmer zur Verfügung, davon sind 56 ausschließlich für die Patientenbelegung gedacht. Der Umfang des ärztlichen und pflegerischen Personals richtet sich an der Anzahl der Patientenbelegung aus. Es sollen hier sowohl stationäre als auch ambulante Patienten versorgt werden. Die Krankengymnasten, Masseure und Badehelfer für die Abgabe von Vliespackungen auf den Haslauerliegen sind dauerhaft in der Zweigstelle im Einsatz.
Ergotherapie, Schwefelbäder, Trainingstherapie, Diätberatung und die medizinische Diagnostik finden weiter wie gewohnt im Haupthaus an der Bahnhofstraße statt. Bei Bedarf steht den Patienten für den Transport zwischen den Häusern ein halbstündig eingesetzter Shuttle-Bus zur Verfügung. Lange Wege und viele Hin- und Herfahrten sollen den Patienten aber nach Möglichkeit erspart werden. Eine Maßgabe sehen Kraatz und Steege durch die Dependance erfüllt "Wir können voll belegen und die meiste Zeit werden die Patienten und Gäste zufrieden sein".
Die Anmietung der ehemaligen Klinik sehen beide positiv, weil man so während der Bauphase nicht auf Kunden und Patienten verzichten müsse und daher auch das Personal halten könne. "Wir haben nicht einen befristeten Vertrag kündigen müssen", erklärt Steege. Die Klinik habe sogar zwei 400-Euro-Kräfte einstellen können und darüber hinaus einen neuen Arbeitsplatz schaffen können. Eine Ablehnung von Patienten hätte einen Einnahmeverlust bedeutet. Das Halten der Gästezahlen sieht der Verwaltungschef nicht nur in Bezug auf die Arbeitsplatzsicherung positiv. Dies bedeute auch Vorteile für die Kurstadt und der Kaufkraftbindung. "Wir sehen uns da nicht nur unseren Mitarbeitern sondern auch dem Ort verpflichtet", bekräftigt Erhard Steege mit Nachdruck. Foto:pd