BAD NENNDORF (ih). Eine stolze Summe von 400 Euro hat Ines Dohmen in der vergangenen Woche an die Deutsche Gesellschaft für Muskelerkrankte (DGM) überwiesen. Diese Summer ist das Ergebnis einer ungewöhnlichen Spenden-Aktion. Im Dezember hatte die Friseurin jeden Sonnabend nach Ladenschluss "noch einen drauf gepackt". Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen schnitt sie Kindern die Haare. Doch die Eltern mussten keinen festen Preis dafür zahlen, sondern konnten eine Spende in beliebiger Höhe geben. Zugunsten der DGM. Bereits zum zweiten Mal führte die Nenndorfer Geschäftsfrau mit ihrem Team diese Aktion durch. Neu hinzugekommen war eine Spendendose, die im Dezember regelmäßig mit kleinen und großen Beträgen gefüttert wurde.
Andersherum: Luise (li.) kümmert sich um die Haare von Friseurin Ines Dohmen. Ihre Schwester Josephine kreiert für Mama Freya eine neue Haarpracht.
"Ich bin den Kunden und meinen Mitarbeitern wirklich sehr dankbar," sagte Iris Dohmen. In der vergangenen Woche traf sich die Friseurin mit der "Initialzündung" für die Idee. Freya Thies kam mit ihren Töchtern Luise und Josephine in den Salon an der Rodenberger Allee, um die Aktion Revue passieren zu lassen. Die beiden Mädchen ließen es sich nicht nehmen, den Spieß einmal umzudrehen und frisierten die beiden Damen. "Frau Thies hat mich aufmerksam gemacht," sagte Ines Dohmen zwischen Kamm und Lockenwickler. Ihre Tochter Luise leidet an der seltenen Krankheit "Spinale Muskelathropie". Die Erkrankung ist genetisch bedingt und nimmt den Kindern nach und nach ihre Muskelkraft. "Jeder Verlauf der Krankheit ist aber unterschiedlich", so Freya Thies. Luise habe einen weniger schnell fortschreitenden Typ. Die Familie hat sich mit der Krankheit eingerichtet, fördert Luise in allen Belangen. Luise sitzt im Rollstuhl, ist aber ein fröhliches Kind, das sich ihren Weg sucht. Gemeinsam mit ihrer großen Schwester Josephine spielt, liest und malt sie.
Freya Thies ist Kundin bei Dohmen Frisuren und kennt Ines Dohmen bereits seit Jahren. Im Gespräch haben die beiden Frauen die Spenden-Aktion erarbeitet. Die 400 Euro aus Bad Nenndorf sind für die DGM frei verfügbar. Neben dem Aspekt der Selbsthilfe ist die Forschung ein wichtiges Aufgabenfeld der DGM. Medikamente und Therapien sind wichtig für die Kinder und ihre Eltern. Da die "spinale Muskelarthopie" zu den seltenen Erkrankungen, bei denen die Umsetzung der Forschungsergebnisse zum Nutzen der Patienten lange dauert. "Jede Spende kann da weiter helfen", schlossen Ines Dohmen und Freya Thies die Aktion ab. Foto: ih