RINTELN (ste). Als am Montag, 10. Dezember, die Meldung bei der Ortsgruppe des THW Rinteln einging, ein Motorboot am Doktorsee sei gesunken, liefen sofort im Hintergrund die Vorbereitungen zur Bergung des Motorbootes "Fermate" auf Hochtouren.
Schon am Dienstag traf sich der Stab des THW, um die wichtigen organisatorischen Voraussetzungen zu besprechen und einzuleiten. Nachdem das THW Rinteln dann den Auftrag zur Bergung des Bootes bekam, wurden die Ortsgruppen Wunstorf zur Beleuchtung der Örtlichkeiten hinzugezogen und die Tauchergruppe von der Ortsgruppe Hameln, die von der DLRG unterstützt wurde. Am letzten Feitag war es dann soweit. Um 7 Uhr rückte der THW-Zug mit der Fachgruppe Wasser sowie die erste und zweite Bergungsgruppe unter der Leitung von Zugführer Herbert Weiser aus. In der Zeit, wo die Taucher einen Orientierungstauchgang durchführten, wurden vier Pontons zu einem großen Schwimmponton zusammengebaut und Greifzüge zum Heben des Bootes installiert. Außerdem musste ein Bootssteg abgebaut werden. In geschicktem Manöver wurde gegen 14 Uhr das Ponton über das gesunkene Boot manövriert, Taucher brachten Hebeschlingen unter dem Bug des Bootes an. So konnte "Zug um Zug" das 9 Tonnen schwere Boot aus dem Schlick angehoben und langsam zum Kran des Bootshauses manövriert werden. Um 21 Uhr konnten die Einsatzkräfte dann erfolgreich vermelden, dass das Boot auf den bereitgestellten Trailer abgeladen wurde. Eine Ursache, warum das Boot gesunken ist, konnte jedoch noch nicht festgestellt werde. 42 Helfer waren im Einsatz und für das leibliche Wohl der eingesetzten Helfer sorgte die vom Eigner des Bootes beauftragte örtliche Gaststätte. Der Eigner selbst war von dem Geschehen geschockt. Der 82jährige war mit dem Schiff schon auf vielen Gewässern der Welt problemlos auf Tour. Er schilderte Rainer Jagata den unwiederbringlichen Verlust der Logbücher, Seekarten und Erinnerungen an abenteuerliche Fahrten. Die Yacht ist rund 50 Jahre alt und war ein ehemaliger Motorsegler. Seit 17 Jahren war der jetzige Eigner mit der Yacht nicht nur den Mittellandkanal, Weser und Elbe unterwegs, sondern befuhr die Nord- und Ostsee bis Göteborg und Danzig. Selbst in seinem Alter überlegt der Eigner nun über eine Neuanschaffung, um den Schmerz des Verlustes zeitnah zu überwinden.
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