BAD NENNDORF (pd). Die Gründung eines Fördervereins mit dem Ziel, ein Naturbad in Bad Nenndorf zu errichten, ist gescheitert. Mangels Interesse, wie die engagierten Mitstreiter in kleiner Runde im "Parkhotel Deutsches Haus" resigniert eingestehen mussten. Gerade mal 21 Interessierte waren erschienen. Vor der Sitzung hatten sich 85 Bürgerinnen und Bürger in einer Liste registrieren lassen. Bei der Gründungsversammlung hätten nach den Vorstellungen der Initiatoren zumindest diese Personen "Flagge" zeigen müssen. Aber die meisten Stühle im Saal blieben leer. Angesichts der mageren Anhängerschar meinte Heike Beiersdorfer, eine der Initiatoren der Idee von einem Naturbad: "Viel zu wenig, um diese Aufgabe wuppen zu können".
Oskar Wellmann, der den offiziellen Beginn der Versammlung um eine Viertelstunde hinausgezögert hatte, hatte im Vorfeld zusammen mit weiteren engagierten Bürgern für die Idee geworben. Für den Fall einer Fördervereins-Gründung hätten sich die bislang an der Spitze agierenden Nenndorfer unbedingt eine neue "Führungsriege" gewünscht.
Denn der in der Vergangenheit notwendige Zeit- und Arbeitsaufwand für alle Aktionen für die Gründung eines Fördervereins haben manchen an den Rand seiner Leistungsgrenze gebracht. Und am Ende war doch aller Einsatz umsonst.
Enttäuscht zeigte sich Oskar Wellmann, der als 1. Vorsitzender die Zusammenkunft leitete, die dann doch nicht als "Gründungsversammlung" bezeichnet werden konnte. Ungefähr 2000 Mitglieder, so war es ausgerechnet worden, hätten es am Ende mindestens sein müssen, um das "Naturbad" wirtschaftlich auf gesunden Füßen stellen zu können. Über 2500 Flyer seien verteilt worden. Bei verschiedenen Anlässen, unter anderem beim Aktionstag "Bad Nenndorf ist bunt", war kräftig die Werbetrommel gerührt worden. Aber anstatt "Multiplikatoren" zu gewinnen, war die Resonanz von den Initiatoren zuletzt eher als schwach eingestuft worden. Wie Michael Graeber erklärte sei es schon ein Kraftakt gewesen, Interesse für die Idee eines Naturbades zu wecken.
Die "Motivationsphase" sei vielleicht auch deshalb gescheitert, weil die Bürger sich heute eher "bedienen lassen würden" und weil die Gesellschaft sich grundsätzlich heute eher passiv verhält. Auch der schlechte Sommer könnte nach Meinung von Henning Dormann ein Grund dafür gewesen sein, dass nur so wenig Mitstreiter gefunden werden konnten. Und weil die Zeit zwischen der Schließung des alten Freibades schon so viele Jahre zurückliegen würde, sei der "Leidensdruck" heute nicht mehr so groß. "Die Leute haben sich mit der Situation, dass es in Bad Nenndorf kein Freibad mehr gibt, längst arrangiert", brachte Volker Thies seine Meinung auf den Punkt.
"Der Funke ist nicht übergesprungen", so die nüchterne Einschätzung von Michael Graeber. Birgit Steen war besonders darüber enttäuscht, dass kaum junge Eltern zu der Gründungsversammlung gekommen waren. Dabei habe man gerade in den Grundschulen für die Idee von einem Naturbad äußerst engagiert geworben. Mit einem Dank an alle, die sich für die Sache eingesetzt und aktiv mitgemacht haben, beendete Oskar Wellmann nach einer halben Stunde die Versammlung. Das Abstimmungsergebnis war nur noch eine Formsache: Für die Gründung eines Fördervereins sprachen sich sieben Anwesende aus. Dagegen standen acht Neinstimmen bei fünf Enthaltungen.