ROLFSHAGEN (tt). Der gesamte Vorstand von "Rolfshagen aktiv" wird sich in den Arbeitskreis einbringen, der mit Ideen und Vorschlägen die Arbeit der Planer zur Dorferneuerung unterstützen soll. Dies wurde auf der Informationsveranstaltung bekannt, zu der die Gemeinde Auetal alle Bürger eingeladen hatte. In den nächsten Wochen will sich der Arbeitskreis, zu dem noch weitere acht Bürger gestoßen sind, erstmals treffen.
In einem Jahr soll die Planung für die Dorferneuerung abgeschlossen, vom Rat der Gemeinde Auetal verabschiedet und in Hannover eingereicht werden. "Durch den Förderverein ist schon sehr gute Vorarbeit geleistet worden", stellte Matthias Reinold vom gleichnamigen Planungsbüro in Rinteln fest, der die Einwohner von Rolfshagen in der Veranstaltung über die bevorstehenden Aufgaben und die Ziele der Dorferneuerung informierte. "Es gibt vieles, was im Rahmen der Dorferneuerung verändert und verbessert werden kann", so Reinold.
Dabei nannte er die Ortseingänge von Rolfshagen, den Multifunktionsplatz, der bereits ein Meilenstein, aber noch immer aufzuwerten sei, das Freibad, die Verbesserung der Erschließung, den Dorfmittelpunkt, den Platz um die Kirche und den Hochwasserschutz. Reinold zeigte einige Fotos von Plätzen, Straßen und Gebäuden, die ihm bereits aufgefallen sind und zur möglichen Veränderung in Frage kommen. So könnten die Buswartehäuschen erneuert und Parkstreifen umgestaltet werden. Besonders auffällig seien die riesigen Plätze vor der Kirche und vor der Schule. "Hier kann man durch verkehrsberuhigende Maßnahmen gleichzeitig eine Verschönerung erzielen", so Reinold. Auch der Kreuzungsbereich Napoleonstraße/Rolfshagener Straße müsse überplant werden. Erhalten werden müssten auf jeden Fall die Freiräume. "Sie haben hier wunderschöne wilde Biotope". Neben der Umgestaltung von Plätzen und Straßenräumen müssten auch die Ausschilderung überarbeitet und die Verkehrsverhältnisse verbessert werden. "Besonders werden wir uns auf den Dorfkern mit dorftypischen Objekten und Plätzen konzentrieren", so der Planer, der hofft, dass sich auch private Gebäude und Hofstellen in die Dorferneuerung einbringen. "Sie verfügen hier in Rolfshagen über ein hohes Maß an historischer Bausubstanz, aber viele sind auch restaurierungsbedürftig", stellte Reinold fest. Für Giebelgestaltungen, dorftypische Elemente wie Fenster, Tore und Türen und neue Dächer könnten auch von Privatbesitzern Gelder aus dem Dorferneuerungsprogramm beantragt werden. Allerdings müssen die vorgeschriebenen Richtlinien eingehalten werden. "Dabei ist ganz wichtig, dass auf keinen Fall vor der Genehmigung der Anträge mit dem Bau begonnen werden darf", erklärte Jens Schwerin von der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL), die die Anträge bearbeitet. Schwerin klärte die Rolfshäger über die Finanzierung der Dorferneuerungsprojekte auf. "Im öffentlichen Bereich beträgt die Förderung bis zu 50 Prozent. Die andere Hälfte der Kosten muss die Gemeinde übernehmen", so Schwerin.
Im privaten Bereich würden 30 Prozent der Kosten übernommen, höchstens aber 25 000 Euro pro Projekt. Für die Umnutzung, zum Beispiel einer Scheune in eine kulturelle Einrichtung oder ein Hofcafé, würden ebenfalls 30 Prozent der Kosten übernommen. Die Höchstgrenze liegt hierbei bei 75 000 Euro. "Die Dorferneuerung lebt von den Ideen der Bürger. Sie müssen die Planung mit Leben füllen", appellierte Reinold zum Abschluss der Informationsveranstaltung an die Anwesenden. Vor der nächsten Sitzung des Arbeitskreises soll ein Rundgang durch das Dorf unternommen werden, um vor Ort weitere Ideen für die Dorferneuerung zu sammeln.
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"Glück auf" Rolfshagen, die Dorferneuerung kann starten.