BAD NENNDORF (Ka). Es liegt nicht nur im Interesse der Schulen und Erziehungsberechtigten, wenn die Anreihung von Buchstaben bereits in jungen Jahren Aufmerksamkeit erfahren, die kindliche Neugier geweckt und das Lesen Förderung erfährt. Die Berlin Schule unter der Leitung von Torsten Rolke setzt sich vehement für das geschriebene Wort ein und motiviert kleine Lesemuffel fantasievolle Geschichten für sich zu entdecken. Federführend stand 15 Jahre lang die ehemalige Schulbücherei-Leiterin und Lehrkraft Ingrid Oldenburg hinter dem "Leseprojekt" welches nun ebenfalls in den engagierten Händen von Nachfolgerin Marion Schneider liegt. Gemeinsam konnte das pädagogische Grundschulteam den Politiker Sebastian Edathy für eine Lesung gewinnen, der sich wie selbstverständlich den zukünftigen Schülern und 1. Klässlern mit einer Kurzgeschichte annäherte. Er wählte aus einer Vielzahl der altersgerechten Kinderbücher "Abgeschlossen" von den Autoren Marjan de Smet und Marja Meijer aus und stieß bei den jungen Zuhörern auf offene Ohren. Die witzig verzwickte Geschichte um das Einschließen eines Kindes auf einer öffentlichen Toilette, sorgte bei den zukünftigen ABC-Schützen für Aufmerksamkeit. Dem SPD Bundestagsabgeordneten war es aber nicht genug, nur allein den Text im spannend unterhaltsamer Manier zu lesen. Er fesselte die Gruppe mit eingespielten Bildern an die Geschichte, stellte Zwischenfragen und untermauerte die Zeilen mit verständlichen Worten. Aufgeweckt und konzentriert folgten die Kinder der gedanklichen Reise und fühlten mit der Buchheldin Anne, die sich mit Büchern auf dem eingeschlossenen Klo die Zeit vertrieb. Kurzweiliges Lesevergnügen gegen lange Weile und Ängste. Die kleinen Beine der Zuhörer baumelten aufgeregt auf den Stühlen hin und her, als Edathy persönliche Fragen zum Leseverhalten der Kinder und Eltern stellte. Einige Kinder bekommen regelmäßig Gute-Nacht-Geschichten von den Eltern vorgelesen, andere hingegen versuchen sich schon bravourös im Lesen und einem weiteren Anteil der Kinder wird diese wichtige Art der Kommunikation, Geborgenheit und Nähe daheim weniger zu teil. Besonders in diesem Fall sind die Erziehungsberechtigten diesbezüglich aufgefordert, sich mehr mit ihren Schützlingen auseinanderzusetzen und die gesprochene sowie geschriebene Sprache zu fördern. Nur gemeinsam können Elternhaus und Schule in Kooperation die Lesefreude bei den Kindern wecken. Foto: ka
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Offene Ohren stoßen auf abgeschlossene Zeilen
Sebastian Edathy fördert die Leselust bei Kindern
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