1. Respekt vor dem "Anderen"

    "Fünf vor Zwölf Gottesdienst" in prall gefüllter Nikolai-Kirche

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    RINTELN (ste). Schon traditionell findet der "Fünf vor Zwölf Gottesdienst" zum Buß- und Bettag statt, der gemeinsam von Lehrern und Schülern als "Protestaktion" gegen den gestrichenen Feiertag eingeführt wurde. Der Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag, der auf Notzeiten zurück geht. Dabei geht aber nicht, wie weit verbreitet, um Büßen für Vergangenes, sondern um eine Haltungsänderung zu Gott hin. Mit Wirkung ab 1995 wurde in Deutschland der Buß- und Bettag als arbeitsfreier Tag abgeschafft, um die Mehrbelastung der Arbeitgeber zur neu eingeführten Pflegeversicherung durch Mehrarbeit auszugleichen. Seit dieser Zeit finden sich Lehrer und Schüler der höheren Jahrgänge zusammen, um gemeinsam an diesem Tag einen Gottesdienst abzuhalten. Begonnen wurde die Aktion in der reformierten Jakobi-Kirche, die aber vor drei Jahren zu klein wurde. Seitdem findet der Gottesdienst der anderen Art in der Nikolai-Kirche statt. Angesprochen werden damit besonders die Schülerinnen und Schüler beider beteiligten Schulen ab der neunten Klassenstufe sowie die Lehrer. Organisiert wurde der Gottesdienst von Pastor Stefan Wagner, der neben seiner Tätigkeit in der Konfirmandenarbeit im Johanniszentrum eine halbe Stelle im Projekt "Kirche und Schule" betreut. Von Seiten der Lehrerschaft beteiligte sich Norma Bernhardt an der Vorbereitungsarbeit. Sie ist Religions- und Erdkundelehrerin am Gymnasium Ernestinum und ebenfalls eingebunden war Krankenhagens Pastor Helmut Syska, der außerdem als Berufsschulpastor an der hiesigen Berufsschule tätig ist. Mit drei zehnten Klassen des Gymnasium Ernestinum und einer zwölften Klassse der Fachoberschule für Sozialpädagogik an der Berufsschule wurde der etwa einstündige Gottesdienst, der unter dem Thema "Andere achten" stand, vorbereitet und durchgeführt. Mit viel Musik von der Band "Just Another Crisis", die aus vier Gymnasialschülern der Klasse Neun und Zehn besteht, wurde ein lebendiger Gottesdienst in der prall gefüllten Kirche abgehalten. In einer Powerpointpräsentation zeigten die Schüler Bilder zum Thema "Gegenseitiges achten" und führten Rollenspiele vor zu den Themen Selbstmord, Behinderte, Ausländer, Kinderarmut und zum Abschluss wie man Respekt vor dem Tod und der Totenruhe auf dem Friedhof hält. In vielen verschiedenen Varianten setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Respekt und Achtung auseinander. Zwischendurch gab es immer wieder Einlagen der Band, für die mit tosendem Applaus gedankt wurden.

    Aber natürlich dürfen auch Gebete bei einem Gottesdienst nicht fehlen. Neben den Pastoren sprach auch die Muslimin Gamze Tapkiran ein Gebet; ein gelebter Dialog zwischen den Religionen! Das Thema des Gottesdienstes "Andere achten" ist gleichzeitig das Thema der diesjährigen Friedensdekade. Foto: ste

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