1. Dramatische Meisterwerke mit fast beschwingtem Charakter Musiktage: Wolfgang Westphal dirigierte Puccini und Poulenc

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    RINTELN (km). Zwei dramatische Meisterwerke markierten am vergangenen Sonntag den Höhepunkt der 32. Rintelner Musiktage: Auf dem Programm standen die "Messa Di Gloria" von Giacomo Puccini sowie das modernere "Gloria" von Francis Poulenc. In der fast vollen Nikolai-Kirche zeigten sich weit rund 100 Mitwirkende unter der Leitung von Wolfgang Westphal in bester musikalischer Laune.

    Dem Publikum wurde für sein Eintrittsgeld ein beeindruckendes Erlebnis geboten. Neben der Jenaer Philharmonie glänzten vor allem die dynamischen Gesangs-Solisten, Michael Pflumm (Tenor) und Manfred Bittner (Bass). Vokal unterstützt wurden die Solisten von Mitgliedern des MDR-Rundfunkchores Leipzig sowie dem vielköpfigen Schaumburger Oratorienchor.

    Von den vielen dramatischen Werken der Musikliteratur, die in den letzten Jahren am Volkstrauertag in der Nikolai-Kirche aufgeführt wurden, dürfte die Puccini-Messe wohl zu den eher freundlichen, bisweilen sogar fast beschwingten gehören. Oder, wie es Wolfgang Westphal im Vorfeld formuliert hatte: "Giacomo Puccini kennt man eher als Opern-Komponisten. Seine ‚Messa di Gloria‘ kann und will das natürlich nicht verleugnen."

    Nichtsdestoweniger handele es sich um ein Werk mit "emotionalem Tiefgang und unglaublicher Schönheit". Was indessen die "klassischen" Messen in der Regel charakterisiert, das mochte man bei der Puccini-Aufführung gern mal missen: Leid und Schwermut, das Hoffnungslose oder gar Unheimliche.

    Noch erheblich individueller erklang die zweite Messe von dem französischen Komponisten Francis Poulenc, das "Gloria" für Sopran, Chor und Orchester, dessen fast spielerische Eigenwilligkeit und Virtuosität nach kurzer Einhörzeit offenbar auch vom konservativen Publikum assimiliert werden konnte. Dazu trug nicht zuletzt Solistin Adelheid Fink bei, die ihre zum Teil schwere Arbeit mit Bravour ableistete. -

    Zum Abschluss der 32. Rintelner Musiktage gastiert am kommenden Sonntag, dem 25. November, das Ensemble "Marais Consort". Das Sextett aus Hamburg präsentiert Musik der Renaissance und des Barocks, unter anderem mit Werken von Scheidt, Weckmann, Dowland und Schop. Gleichzeitig gibt es für Eingeweihte ein "Rist-Gedenkkonzert": Johann Rist, geboren am achten März 1607, studierte an der Universität in Rinteln Theologie und begegnete dabei auch Josua Stegmann, der nachhaltigen Einfluss auf ihn ausübte. 15 der damals von Rist geschriebenen Lieder befinden sich noch heute im evangelischen Kirchengesangsbuch. Die Veranstaltung in der Nikolai-Kirche beginnt um 17 Uhr.

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