RINTELN (ste). Als Ehrenvorsitzender des WSV und Chronist nahm Friedrich-Wilhelm Hoppe, dienstältester Wassersportler und von Beginn an dabei, gerne die Aufgabe wahr, die 60-jährige Geschichte des Vereins Revue passieren zu lassen. Gegründet wurde der WSV zu einer Zeit, als viele Vereine von den Alliierten noch verboten waren und der einzige Zeitvertreib der Kinder in einer durch Flüchtlinge überfüllten Stadt die Badeanstalt von Vater Rohde für fünf Pfennig war. Im WSV sollten sich alle wassersporttreibenden Menschen der Stadt verbinden. Julius Lange, Ludwig Schmöe und Nelly Nottebrock waren als Initiatoren für die Schwimmer vertreten, Otto Wels für die Paddler, Friedel Twellmann für die DLRG und Dr. Schumann für die Segler.
Hans-Joachim Sieweke ehrt Friedhelm Bartling und Friedrich Wilhelm Hoppe. Rainer Zander berichtet über 30 Jahre Surf-Abteilung.
Der Verein wuchs schnell und vor allem die Schwimmer trieben die Mitgliederzahl in die Höhe. Und es hagelte Medaillen und Pokale bei Wettkämpfen. 1948 löste sich die Kanu-Sparte zum heutigen Kanu-Club aus dem WSV heraus.
Als dann auch noch die Schwimmer immer weniger wurden und die Erfolge ausblieben, suchte der Verein nach neuen Herausforderungen und kaufte 1960 die beiden ersten Ruderboote.
Die Ruderabteilung entwickelte sich genauso schnell und erfolgreich, wie die Schwimmabteilung nachließ. Es fehlte an Übungs- und Spartenleitern. Im Dezember 1964 wurde das heutige Bootshaus und Vereinsheim gerichtet und das neue Domizil am Doktorsee gefunden. Die Ruderriege des Gymnasium Ernestinum zog mit ein und auch die Hildburg-Realschule fand Geschmack am Rudern. Die Jugendabteilung der Rudersparte fuhr auf Regatten jede Menge Erfolge ein und die ältere Generation entdeckte das Wanderrudern.
Auch hierbei hagelte es Erfolge und der WSV wurde mehrmals hintereinander als erfolgreichster Wanderruderverein vom deutschen Ruderverband ausgezeichnet. 1995 begann dann die traumhafte Ruderkarriere von Michael Ruhe, Matthias Hobein und Henrik Hobein mit der Krönung der Teilnahme von Michael Ruhe als Schlagmann im Deutschland-Achter bei den Olympischen Spielen 2004.
1977 gründete sich im WSV übrigens eine Surf-Abteilung, die unter dem Vorsitz von Rainer Zander ihr 30-jähriges Jubiläum feierte.
Hoppe wünschte dem Vorstand des WSV unter Führung von Hans-Joachim Sieweke für die Zukunft, dass man im Sinne des Vereins die eigenen Grenzen erkennt, den Nachwuchs fördert, den Blick für das Erforderliche behält und die Toleranz, jedes Mitglied im Verein zu akzeptieren.
Friedrich-Wilhelm Hoppe und Friedhelm Bartling wurden dann von Hans-Joachim Sieweke für ihre 60- und 40-jährige Mitgliedschaft geehrt. Foto: ste