RINTELN (ste). Eine Polizeipatenschaft ist angenehm und bringt Vorteile. Mann kennt sich persönlich und man baut gegenseitige Vorurteile ab. Die Hauptschüler am Ostertor profitieren in Rinteln von der Partnerschaft zur Polizei und kennen ihre "Paten" persönlich. Doch die überraschende Kontrolle der Fahrräder der Schülerinnen und Schüler am vergangenen Dienstag durch den Obmann für Verkehrserziehung der Schule, Werner Schwarz, Polizeikommissarin Sibylle Bädermann und Polizeikommissar Sebastian Bebermeier hatte für fünf der 52 Kontrollierten ärgerliche Nachwirkungen. Sie fuhren mit dem Fahrrad zur Schule und mussten zu Fuß nach Hause gehen. Ihre Zweiräder waren so untüchtig für den Straßenverkehr, dass sie kurzerhand von der Schule eingezogen wurden und die Eltern erhielten einen "blauen Brief". Ziel der Aktion, so Schwarz, sei es, die Schülerinnen und Schüler sicher durch den Verkehr zur Schule und zurück zu bekommen: "Und hier zeigen die Eltern ganz großes Verständnis", sagte Schwarz zurückblickend auf die Vorjahresaktion, denn im letzten Jahr wurden alle beanstandeten Fahrräder repariert oder im schlimmsten Fall gegen ein neues ausgetauscht.
"Wir prüfen so lange die Fahrräder nach, bis sie ordnungsgemäß sind", sagte der Verkehrs-Obmann und wenn gar nichts mehr geht, dürfen die Kinder nicht mehr mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Doch mit Kanonen auf Spatzen schießen weder Polizei noch Schule. So wird eine funktionierende Batteriebeleuchtung natürlich akzeptiert und für kleinere Reparaturen standen mit Andrej Lir und Alexander Ill zwei erfahrene Fahrradschrauber mit Werkzeug im Hauptschulkeller bereit.
Die Hauptursachen für Beanstandungen waren fehlende oder funktionsuntüchtige Bremsen, mangelhafte Beleuchtung und bei einigen wenigen waren die Räder so "schrottig", dass Zweifel an der Reparaturwürdigkeit bestanden.
Alle Eltern von Kindern mit beanstandeten Rädern erhalten jetzt Post von der Schule und 14 Tage Zeit, die Fahrräder wieder instand zu setzen. "Das klappt in der Regel prima", freut sich Werner Schwarz über die Kooperationsbereitschaft der Eltern. 18 Fahrräder waren erfreulicherweise komplett ohne jede Beanstandung. Foto: ste