RINTELN (km). Zu einem Riesen-Erfolg entwickelte sich am vergangenen Sonntag die erste Gesundheits- und Pflegemesse im Brückentor. Der Publikumsandrang war zeitweilig so massiv, dass es selbst mit Stehplätzen im Saal buchstäblich eng wurde. Initiiert und organisiert hatten die Veranstaltung Astrid Teigeler-Tegtmeier, stellvertretende Pflegedienstleiterin im Kreiskrankenhaus, Dr. med. Walter Steuber, Facharzt für Allgemeinmedizin und Vorsitzender des Ärztevereins Schaumburg sowie Markus von Puttkamer, Heimleiter des "Azurit"-Seniorenzentrums Berghof in Friedrichshöhe.
Zucker- und Blutdrucktests sind nur einige der kleinen Dienstleistungen, die die Besucher in Anspruch nehmen können.
Die Mädchen von den BBS zaubern an der Bar im Foyer leckere Frucht-Cocktails.
Volkskrankheit Osteoporose: Am Modell kann man sehen, wo es konkret hapert.
Unter dem Motto "Lebensqualität erhalten - im Alltag und im Alter" hatten sich heimische Leistungsanbieter aus dem Bereich Gesundheit und Pflege zusammengefunden. Den Besuchern wurde dabei die Möglickeit geboten, sich individuell an den einzelnen Ständen zu informieren.
Besonderen Zulauf gab es auf der Bühne bei einigen medizinischen Vorträge: Für die künstlichen Hüftgelenke von Dr. Peter Jürgensmeier oder die Osteoporose-Vorsorge von Dr. Wolfried Lübke fanden sich immer erheblich mehr Interessenten als Stühle.
Im Saal gab es unterdessen ein selten zuvor erlebtes Angebot an Informationen und Dienstleistungen - unter anderem Beratungen von Krankenkassen, Apothekern, Pflegediensten, Orthopädie-Spezialisten, Krankengymnasten oder Fitness-Studios.
Zu den weiteren Teilnehmern zählte die Rintelner Diabetiker-Selbsthilfegruppe, und auch die VTR als Schaumburgs größter Sportverein war mit einem Stand dabei. Seine Premiere hatte der erst kürzlich gebildete Pflegeverbund, der sich auf der Messe erstmals der Öffentlichkeit präsentierte: Für die Pflege- und Seniorenbetreuung stehen jetzt sechs Heime und vier ambulante Pflegedienste zur Verfügung. Im Foyer wurden in der Mittagszeit ein paar hundert Portionen Linseneintopf, Schaumburger Hochzeitssuppe und Gulaschsuppe gefasst, während sich an der von Schülerinnen der Berufsbildenden Schulen betriebenen Saftbar auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier einen fruchtig-gesunden Cocktail schmecken ließen.
Schirmherr Karl-Heinz Buchholz hatte die Veranstaltung am Vormittag offiziell eröffnet - und dabei darauf hingewiesen, dass die Menschen "heute glücklicherweise sehr viel älter werden als früher".
Und damit man gesund alt werden könne, müssten Prävention und Gesundheitsförderung eine größere Rolle spielen als bisher. "Gesundheit und Verstand sind die zwei großen Gaben des Lebens," zitierte der Bürgermeister den griechische Dichter Menander - und fügte hinzu, dass es "nicht schadet, den Verstand zu gebrauchen, wenn man seine Gesundheit bewahren will." Und dass es zudem angebracht sei, den Verstand auch in den Dienst der Gesundheit zu stellen.
Nicht immer sei es allerdings für Laien ganz einfach, sich im Dschungel der Angebote zurecht zu finden oder die Qualität der Produkte zu beurteilen. Die Gesundheits- und Pflegemesse biete in dem Zusammenhang ein breites Spektrum Informationsmöglichkeiten. Das besondere an der Messe sei, dass ausschließlich heimische Fachleute aus allen Gesundheits- und Pflegebereichen den interessierten Besuchern Rede und Antwort stünden - und dass das Angebot speziell auf die Bürger vor Ort zugeschnitten sei.
"Die Gesundheit," befand der Schirmherr der Veranstalung schließlich, "ist ein Thema, dass uns alle bewegt" - und belegte sein Statement mit einem Zitat von Sebastian Kneipp: "Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für seine Krankheit opfern." -
In Rinteln gibt es mittlerweile mehr als 40 Sportvereine sowie eine ständig wachsende Zahl von Fitness-Studios zur Vorsorge.
Aber auch mit der Infrastruktur in Sachen Nachsorge zeigte sich der Bürgermeister zufrieden. Die Stadt verfüge über ein überdurchschnittlich gutes Angebot, rechnete Buchholz vor: "Mit dem Kreiskrankenhaus haben wir ein Klinikum mit neuester Ausstattung direkt vor Ort. Wir haben die Wahl zwischen 46 zugelassenen Vertragsärzten, neun Apotheken - davon glücklicherweise auch noch einige in den Ortsteilen - sowie einer fast flächendeckenden Ausstattung an Krankengymnasten und Physiotherapeuten."
Foto: km