1. Familienzentrum statt Kinder- und Familienbüro

    Sozialausschuss setzt auf stadteigenes Konzept und Kooperation

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    RINTELN (ste). Für die Sozialpädagogin Martina Platen vom Kinderschutzbund war es eine Menge engagierte Arbeit im Vorfeld und in doppelter Hinsicht eine Niederlage. Zuerst lehnt das Land das vorgelegte Konzept für ein Kinder- und Familienbüro des Kinderschutzbundes ab und fordert eine Nachbesserung mit mehr Betreuung und weniger Kinderschutz zur Bereitstellung von Landesmitteln, dann steht auch der Sozialausschuss der Stadt Rinteln nicht vollinhaltlich hinter dem Konzept und legt stattdessen ein eigenes vor für die Einrichtung eines unter dem Dach der Verwaltung angesiedelten Familienzentrums.

    In den KiTas soll es künftig ein qualifizierteres Hilfeangebot für Eltern geben, denn dort treffen diese erstmals gemeinsam mit ihren Kindern auf geschulte Erzieherinnen.

    Kinder sind unsere Zukunft. Ein Familienzentrum zur Beratung und Unterstützung der Familien wird vom Sozialausschuss einem Kinder- und Familienbüro des Kinderschutzbundes vorgezogen. und

    Das Konzept sah unter anderem eine Kontakt- und Infostelle im Kinder- und Familienbüro vor, die Kinderbetreuung und als Sockel den Kinderschutz als Kernthema des Kinderschutzbundes. Rund 300.000 Euro Kosten pro Jahr schreckte die Ausschussmitglieder dann aber doch, wobei sich das Land und der Kreis an den Kosten beteiligen würde.

    Anerkennung für die Arbeit des Kinderschutzbundes in der Stadt gab es auf breiter Basis im Ausschuss. Dagmar König, sozialpolitische Sprecherin der CDU, hob die Leistungen des Kinderschutzbundes hervor und lobte den stetigen "Aufbruch zu neuen Ufern", der überaus engagiert im Kinderschutzbund betrieben werde.

    Ihr Ansatz war jedoch, ebenso wie der von Klaus Wißmann von der SPD, eher auf Kooperation aller in der Stadt tätigen Familienhilfeorganisationen ausgelegt. Und davon gibt es reichlich; alle aufgeführt im "Roten Faden" der Stadt Rinteln, erstellt von der Gleichstellungsbeauftragten Kirstin Büthe.

    Ein Ansatz, den auch Paul-E. Mense von der FDP vorantreiben wollte. Mense fragte sich allerdings: "Ist eigentlich irgendwann einmal der Bedarf für eine solche Arbeit ermittelt worden?"

    Da konnte Martina Platen schnell antworten und verwies auf allein 50 Familien, die tagtäglich allein beim Kinderschutzbund durchlaufen.

    Weitsicht zeigte Ursula Helmhold von den Grünen. Selbst wenn das Land das Büro des Kinderschutzbundes mitfinanzieren würde, wären die Mittel auf vier Jahre begrenzt: "Was kommt dann?" Rinteln müsse als Stadt das Thema aufgreifen und die darin tätigen Organisationen koordinieren und nach Kooperationspartnern suchen. Auch favorisierte Helmhold die Qualifikation der Beratung in den Kindertagesstätten, denn dort treffen die Eltern in der Regel erstmals auf fachkundige Erzieherinnen. Sie stellte den Antrag, 10.000 Euro in den städtischen Haushalt als "Merker" für das Thema auf zu nehmen. Ein Antrag, der einstimmig angenommen wurde. Das dabei, wie Antje Rinne (WGS) forderte, der Kinderschutzbund mit ins Boot genommen wird, versteht sich von selbst. Foto: ste

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