LANDKREIS. "Die konjunkturelle Erholung in Lippe hat positive Impulse für den heimischen Arbeitsmarkt gesetzt," stellt die Industrie- und Handelskammer in einer Presseinformation fest: Gefüllte Auftragsbücher und eine steigende Kapazitätsauslastung hätten die Nachfrage nach Arbeitskräften stark ansteigen lassen - mit der Folge freilich, dass sich die lippischen Unternehmen mit einem zunehmenden Fachkräftemangel konfrontiert sehen.
Fast jedes vierte Unternehmen konnte seine offenen Stellen nicht besetzen, wie sich aus einer aktuellen Umfrage der IHK ergibt. Am dringendsten werden derzeit Ingenieure gesucht, vor allem in der Industrie. Daneben fehlen aber auch vermehrt Kaufleute, sowohl im Handel als auch in der Industrie. IT- und Serviceberufe werden vergeblich von einem Siebtel der Betriebe nachgefragt.
Der sich abzeichnende Fachkräftemangel, so die IHK, bedeute vor allem eine Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt. Jedes zweite Unternehmen habe die Absicht, zusätzliche Ausbildungsstellen zu schaffen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Einen ähnlichen Stellenwert habe die vermehrte Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter.
Rationalisierung als Ausweg sei vor allem in der Industrie ein Thema, da dort mit optimierten Produktionsabläufen die Produktivität bei gleichem Personalaufwand erhöht werden könne - was ist in anderen Wirtschaftszweigen, vor allem Handel, nicht in vergleichbarem Umfang möglich sei. Eine weitere Möglichkeit, den Fachkräftemangel zu entschärfen, sei die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In der Industrie sei der Wille, Maßnahmen in dieser Richtung zu ergreifen, etwas stärker ausgeprägt als in anderen Bereichen.
Nur eine kleine Minderheit überlege die Einstellung ausländischer Fachkräfte, was zum einen an den einschränkenden Regelungen zur Beschäftigung von Ausländern in Deutschland liege, zum anderen aber auch in Sprachproblemen begründet sei.