1. Anruf-Auto vor dem Start

    Samtgemeinde will mit Taxiunternehmen kooperieren

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    SAMTGEMEINDE RODENBERG (al). Nichtmotorisierte Bewohner der Ortschaften in der Samtgemeinde Rodenberg sollen es künftig leichter haben, zum Einkauf oder zum Arzt oder zu den Haltestellen der Schnellbuslinien zu gelangen. Ein "Anruf-Auto" will das besonders in den Schulferien unzureichende Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln ergänzen. Stimmen demnächst auch Landkreis und Schaumburger Verkehrsgesellschaft (SVG) zu, könnte der Modellversuch bereits zum 1. Dezember starten.

    Die Forderung nach einem verbesserten individuellen Personennahverkehr geht auf eine Initiative der SPD-Fraktion im Samtgemeinderat zurück. Besonders die Bürgermeister von Hülsede und Apelern, Herbert Weibels und Heinrich Oppenhausen, verlangen bereits seit Längerem vehement eine bessere Anbindung der Ortsteile: In Ferienzeiten seien manche Dörfer vom Busverkehr völlig abgeschnitten.

    Doch der in anderen Schaumburger Kommunen fahrende Anrufbus stößt auf Bedenken. "Zu viel Aufwand und zu hohe Kosten", machte Günther Wehrhahn aus der Samtgemeindeverwaltung deutlich. Deshalb sei es besser, an das vor Jahren eingestellte "Omni-Tax"-Angebot anzuknüpfen. Damals waren Taxifahrten innerhalb der Samtgemeinde sowie von und zu der S-Bahnstation Bad Nenndorf in den Abendstunden und an den Wochenenden subventioniert worden.

    So weit wollen die Kommunalpolitiker mit ihrem neuen Modell nicht gehen: "Wir stellen die Grundversorgung der Menschen nur innerhalb der Samtgemeinde sicher", betonte Wehrhahn. Deshalb werde das "Anruf-Auto" auch nur montags bis freitags von 7.30 bis 18 Uhr und vielleicht noch am Sonnabendvormittag rollen. 3,50 Euro dürfte die einfache Fahrt kosten; Kinder im Alter zwischen sechs und 18 Jahren können für zwei Euro mitfahren. Schließen sich mehrere Reisende zusammen, reduziert sich der Preis um jeweils einen Euro. Die Differenz zum tatsächlichen Preis rechnet der Taxiunternehmer mit der Samtgemeinde ab.

    Das Angebot soll der Lauenauer Klaus Kühl vorhalten. "Mit ihm haben wir schon bei ‚Omni-Tax’ nur gute Erfahrungen gemacht", berichtete Wehrhahn über die Abrechnungsmodalitäten. Dort müsse die Fahrt rechtzeitig angemeldet werden und der Hinweis auf gegebenenfalls zu transportierende Kinderwagen oder auch Rollstühle erfolgen. Der Taxibetrieb biete einen entscheidenden Vorteil: Er sei nicht an offizielle Haltestellen gebunden.

    Wehrhahn gab sich optimistisch, für das Konzept die zuständigen Kreisdienststellen zu gewinnen: "Wir begeben uns damit nicht in Konkurrenz zum Linienverkehr." Denn bereits die SVG habe mit der Übersendung von Unterlagen bestätigt, dass "es für einige Ortsteile keine Verbindungen gibt".

    Friedrich-Wilhelm Platte (CDU) aus Pohle fand "die Idee gut", formulierte aber "Detailängste". Seine Sorge: Künftig könnten alle Taxifahrten in der Samtgemeinde auf diese Weise subventioniert werden. "Wir können nicht schon Bilanz ziehen, bevor ein einziges Auto überhaupt gefahren ist", erwiderte Heinz Laufmöller (SPD). Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Abrechnung ordnungsgemäß erfolgen werde.

    Heinrich Oppenhausen (SPD) wies darauf hin, dass es sich zunächst nur um einen auf ein Jahr befristeten Modellversuch handeln könne. Zudem solle mithilfe eines Flyers propagiert werden, dass sich stets mehrere Interessenten zu einer Fahrt verabreden: "Das wird für die dann billiger und für uns auch."

    Zunächst will die Samtgemeinde 10.000 Euro für das Projekt zur Verfügung stellen. Wehrhahn erhoffte sich außerdem eine finanzielle Förderung des Landkreises für die notwendigen Fahrgastinformationen.

    Oppenhausen und auch sein Hülseder Kollege Weibels haben sich vorgenommen, bei Seniorennachmittagen und anderen geeigneten Veranstaltungen auf das künftige Angebot hinzuweisen: "Das könnten gewiss auch die anderen Bürgermeister tun." Der Apelerner Ratsvorsitzende sprach sich gleichzeitig dafür aus, den Versuch bei einem Misserfolg konsequent zu beenden: "Dann kann uns später aber keiner mehr den Vorwurf machen, wir hätten nichts getan."

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