1. Von Lampenfieber keine Spur

    CJD-Schule zeigt, was sie ist und Schüler, was sie können / Tag der offenen Tür mit Rundgang

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    BAD NENNDORF (wm). Die offene Tür bei der CJD Schule Schlaffhorst-Andersen war nicht mehr dieselbe. Ein neuer Eingangsbereich wurde an der Bornstraße fertig gestellt, Schulleiter Torsten Bessert-Nettelbeck übergab ihn zusammen mit der Innenarchitektin seiner Bestimmung. Die vielen Helfer des Tages hatten Glück mit einem sonnigen Tag.

    "Sie hätten im August hier sein sollen, als 24 Neue anfingen," hieß es, "das zweite Semester rüstet das erste sogar mit Schultüten aus." Sechs Semester dauert die Ausbildung zur staatlich geprüften Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin (oder zum Stimmlehrer, aber die Weiblichkeit überwiegt gewaltig). Wenigstens Realschulabschluss muss man haben, Abitur ist die Regel, einige weitere Befunde sind wichtig, auch musikalische Eignung. Das vierte Semester umfasst ein Praktikum. Bis 150 Schüler werden in kleinsten Gruppen unterrichtet.

    "Alle finden nach dem Abschluss sofort eine Stellung," versicherte der Schulleiter. Wo denn? Das wollten wir nun doch genauer wissen. Es gibt zwei große Richtungen. Grob gesagt: Die künstlerische führt in Schauspielhäuser und in die Oper, die therapeutische in Kliniken und Facharztpraxen. Die meisten entscheiden für diese Richtung. Nun wollten wir noch eins wissen: Was bedeutet CJD? Lichtbildschau: Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands ist 60 Jahre alt und unterhält 150 verschiedene Einrichtungen, will "Zukunft bauen" für junge Menschen, ist mit dem CVJM verbunden.

    Nachdem dieser Wissensdurst gestillt war, konnte Offene-Tür-Rundgang beginnen. Der Kalender des Tages war aber zu lang, um alles anzuschauen und mitzuerleben. Man durfte die praktischen Anteile der Ausbildung ansehen und verschiedene Workshops ausprobieren. Na gut, im Stimmanalyse-Labor, wo die Vokale sichtbar gemacht wurden, tönte es recht technisch. Dafür erscholl aus einem Übungsraum eine herrliche Frauenstimme zum Flügel. Überhaupt erklang von überall her Musik. Gunnar Storch hieß der junge Mann mit der Musiktheorie für die künstlerische Richtung. Nebenan empfing Dr. med. Antoni Lang ihre Besucher zwischen medizinischen Modellen - die andere Richtung. Was gibt es denn alles an Fächern? Anatomie, Heil- und Sprachbehindertenpädagogik, Psychologie, Berufs- und Rechtskunde und noch mehr. Die Schule strebt pädagogisch nach Ganzheitlichkeit.

    Ein Blick auf die offene Bühne, freie Beiträge. Da trug gerade Claire-Marie ein Chanson vor. Rainer sang aus Schuberts "Winterreise". Der Schulleiter erntete frenetischen Beifall mit Kendler-Gedichten (urkomische Verse, weil bestimmte Konsonanten fehlen; gleichzeitig Sprechübung?). Draußen sah man Lieder und Bewegungsspiele mit den Therapeutinnen, Luftballonwettfliegen für die Kinder, es gab Kuchen. Und zum Abschluss des Tages wurde gesungen. Manches gelernt heute, aber es bleibt noch viel übrig für den nächsten Tag der Offenen Tür! Foto: wm

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