1. Führung durch die Ausstellung

    "Staatsbesuch" im Museum am Dienstag mit Jürgen Marquardt

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    RINTELN (km). Am kommenden Dienstag, dem 18. September, findet im Museum Eulenburg noch einmal eine öffentliche Führung durch die Ausstellung "Staatsbesuch" statt. Der Rundgang beginnt um 19.30 Uhr.

    Die Leitung übernimmt Jürgen Marquardt, langjähriger Mitarbeiter des Bundespräsidialamtes. Marquardt berichtet dabei vom Alltag hinter den Kulissen des Schlosses Bellevue, von der Amtsführung und den persönlichen Eigenheiten der verschiedenen Bundespräsidenten und ihrer Staatsgäste - ein lohnender Abend mit ungewöhnlichen Einblicken in das höchste Staatsamt der Bundesrepublik Deutschland.

    "Das persönlich überreichte Geschenk," so Museumsleiter Dr. Stefan Meyer über den Charakter und die Bedeutung der Ausstellungsstücke, "ist ein uraltes Zeichen des Wohlwollens und der Gesprächsbereitschaft" - und gehöre zu den wenigen sozialen Gesten, die über alle Kulturschranken der Menschheit hinweg verstanden würden. Überall auf der Erde wirke das Geschenk beschwichtigend, vertrauensbildend und helfe, Brücken der Kommunikation zu bauen. Das Staatsgeschenk sei eine Gabe zwischen den höchsten Amtsträgern zweier Länder, die es jeweils stellvertretend für ihre Staaten überreichten, seien daher nicht der Person des Staatsoberhauptes, sondern dessen Funktion gewidmet. Entsprechend würden sie in der Regel aus dem Staatsvermögen finanziert - und dem anschließend auch zugeführt. Das sei auch der Fall, wenn die Gegenstände unmittelbare Bezüge zur Person des annehmenden Staatsoberhaupts aufwiesen. In der Bundesrepublik könne der Staatspräsident nur in Ausnahmefällen gegen Entrichtung des Schätzwertes ein im Rahmen der Amtsführung angenommenes Geschenk auch privat behalten. Staatsgeschenke werden meist unmittelbar vor den diplomatischen Unterredungen übergeben. Sie sind damit auch ein wichtiger Anknüpfungspunkt für ein persönliches Gespräch, das dann zu den eigentlichen politischen Inhalten überleitet.

    Die meisten Staatsgeschenke stehen daher stellvertretend für die Kulturtradition eines Landes. Sie zitieren das Kunsthandwerk, die Bautradition oder die nationale Symbolik. Foto: km

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