RODENBERG (pd). Mit den Problemen einer Familie aus dem Verdener Weg hatte sich der Ausschuss für Jugend, Sport, Kultur und Heimatpflege in seiner jüngsten Sitzung zu befassen. In einem ausführlichen Schreiben hatten Ira und Martin Schwartz dargelegt, wie sehr zwei Fußballtore auf dem Spielplatz im Baugebiet "Steinriesen" ihre Wohnqualität beeinträchtigt. Die Argumente der Eheleute, die selber bei der Sitzung anwesend waren, überzeugten die Ausschussmitglieder. Einstimmig folgte nach kurzer Aussprache der Beschluss, die Tore abzumontieren und nach einem neuen Platz dafür zu suchen.
Die betroffenen Anlieger hatten gleich zu Beginn ihrer schriftlichen Ausführungen deutlich gemacht, dass sie keineswegs gegen den Spielplatz in ihrer direkten Nachbarschaft seien. Nur habe sich im Laufe der Jahre ein regelrechter "Fußballtourismus" hin zu dem vom Spielplatz zum Bolzplatz umfunktionierten Areal in direkter Nähe zu ihrem Grundstück entwickelt. In "Mannschaftsstärke" würden die jugendlichen Kicker mittlerweile den Platz ausgiebig nutzen, natürlich auch an den Wochenenden und an Feiertagen. Das sei so nicht mehr hinnehmbar, so die Eheleute.
Beim Fachausschuss stießen sie mit ihrer Kritik auf offene Ohren. SPD-Sprecher Hans-Dieter Brand sprach sich dafür aus, das Problem schnell zu lösen. Catrin Döpke (SPD) hatte sich vor der Sitzung selbst ein Bild von der Lage des Platzes gemacht und pflichtete ihrem Parteigenossen bei. Auch Volker Dahle von den Aktiven Demokraten zeigte Verständnis für die Anwohner. Seine Einschätzung: "Der ausführlichen Schilderung der Betroffenen ist nichts mehr hinzuzufügen. Wir müssen handeln".
Carsten Schulz von der CDU wollte wissen, ob auch andere Anwohner die Situation ähnlich kritisch sehen würden wie die Eheleute Schwartz. "Es gibt bestimmt noch zehn weitere Anlieger da, die der gleichen Meinung sind wie wir", antwortete Martin Schwartz. Beisitzerin Martina Böhm stellte die Frage in den Raum "Wo sollen die Kinder denn bolzen?" und forderte damit Brand zu der Antwort heraus: "Wir sind hier nicht in einem Kreativ-Workshop". Er erinnerte daran, das es in Rodenberg zwei Vereine geben würde, in denen Fußball gespielt werden könne.
Am Ende brachte die Ausschussvorsitzende Döpke einen Beschlussantrag vor, dem alle Ausschussmitglieder zustimmen konnten. Die beiden Fußballtore sollen zunächst abgebaut und eingelagert werden. In späteren Beratungen soll über einen möglichen neuen Standort für die Tore entschieden werden.