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Die Solidarnosc

Am 24. September 1980 wurde in Polen die Gewerkschaft "Solidarnosc" (Solidarität) gegründet. Der Gründung der ersten polnischen Gewerkschaft gingen zwei Monate erbitterter Streik voraus. Dieser Streik wurde geführt, weil die Preise für Fleisch unangekündigt um 100% erhöht wurden. Im August traten die 17 000 Arbeiter der Danziger Leninwerft dem Streik bei. Sie forderten Lohnerhöhungen sowie die Zulassung unabhängiger Gewerkschaften. Der Führer der überbetrieblichen Vereinigten Streikkomitees (MKS) war der seit 1966 als Monteur auf der Danziger Werft beschäftigte Lech Walesa. Am 31. August einigte er sich mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Mieczyslaw Jagielski auf eine überwiegende Annahme der Forderungen der Arbeiter. So erhielten die Arbeiter das Recht auf die Gründung von Gewerkschaften und das Streikrecht. Zudem wurde die Zensur eingeschränkt, sowie das Recht auf Meinungsfreiheit erweitert. Neben der Freude über den Erfolg mischte sich jedoch auch Sorge, da man befürchtete, die Sowjetunion könnte die errungenen Erfolge mit einer militärischen Intervention, wie zuvor schon in Ungarn und der Tschechoslowakei, zunichte machen. Doch die "Solidarnosc" wurde schon bald zu einer bestimmenden Kraft des Landes. Ihr Chef Walesa erhielt 1983 den Friedensnobelpreis. Zudem hatte er maßgeblichen Anteil am Sturz des kommunistischen Regimes in Polen. Von 1990 bis 1995 wurde er außerdem zum Staatspräsidenten Polens gewählt.


Christoph Bauer | redaktion@marktplatz-schaumburg.de

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