Capoeira
Tanz, Kampf und Selbstverteidigung in einer Verbindung
Capoeira - einige dürften diesen Begriff schon einmal gehört haben. Alex Alves, der brasilianische Fußballer in Diensten von Hertha BSC Berlin, machte ihn in Deutschland bekannt. Nach seinen gelegentlichen Toren reißt der Stürmer nicht jubelnd seine Arme nach oben, sondern wirbelt mit seinem Körper durch die Luft. Aber was ist eigentlich Capoeira ? Ein Tanz, ein Kampfstil oder eine Selbstverteidigungsart ?
Die Antwort kann man nicht genau geben. Vor etwa 300 Jahren entstand der Capoeira in Brasilien zur Zeit der Sklaverei. Afrikanische Sklaven brachten die Urform des Capoeira mit nach Brasilien. Ursprünglich war es ein ritueller Tanz, der von den Sklaven dann zu einer Selbstverteidigungstechnik weiterentwickelt wurde, um sich gegen die tägliche Gewalt auf den Plantagen zu wehren. Da den Unfreien jegliche Art von Kampfsport verboten war, übten sie den Capoeira so aus, dass er wie ein harmloser Tanz wirkte. Die Plantagenbesitzer wurden jedoch darauf aufmerksam und bis 1937 war der Tanzkampfsport in Brasilien verboten.
Heute ist der Capoeira wieder fester Bestandteil der brasilianischen Kultur und kann in Schulen erlernt werden. Voraussetzung für das Erlernen ist Fitness und Spaß an der Bewegung. Begleitet wird der Tanz immer durch Musik und Gesang. Ziel ist es, den Körper, den Geist und die Seele zu einer Einheit zu verschmelzen. Beweglichkeit, Schnelligkeit und die Kondition werden dabei ebenfalls verbessert. Capoeira wird nicht im Wettkampf ausgeübt, sondern ist nur ein Spiel zwischen Abwehr und Angriff. Um solch akrobatische Sprünge wie Alex Alves ausführen zu können, ist allerdings regelmäßiges Training nötig.
Jörg Nielaczny | redaktion@marktplatz-schaumburg.de
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