1. Mit großem Büffet, Musik und unterhaltsamen Informationen

    Heimatbund feierte "Schaumburger Abend" / Unterhaltsame Geschichten aus dem Mittelalter

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    RINTELN (km). Rund 70 Gäste konnte Vorsitzender Dr. Reinhard Kniewske jetzt zum traditionellen "Schaumburger Abend" begrüßen - erstmals im Hotel Stadt Kassel. Sieben Mal hatten die Heimatbündler ihre gesellige Zusammenkunft auf der Schaumburg gefeiert, im letzen Jahr wieder mal im Ratskellersaal, wo die Veranstaltung insgesamt über 20 Jahre lang durchgeführt worden war. Seit dem Auszug aus der Schaumburg "sind wir ein bisschen hin und her gegeistert", kommentierte Kniewske - und bedankte sich gleichzeitig bei den Heimatbund-Mitgliedern, "dass Sie uns dennoch die Treue gehalten haben". Der Vorsitzende übergab das Wort im Anschluss an Museumsleiter Dr. Stefan Meyer, der zu Beginn des informativen Teils mit einigen Informationen über das "historische Gebäude" Hotel Stadt Kassel aufwartete - mit seiner "mehr als 400 Jahre alten Tradition, bis in die Weserrenaissance zurück greifend". Das Haus, erbaut im Jahr 1605 vom gräflich schaumburgischen Vogt und Zöllner Henricus Heldt, sei seinerzeit eines der größten in der ganzen Stadt gewesen. Zu dem Grundstück hätten bereits seit dem Mittelalter zahlreiche Ländereien gehört. Auch die "Braugerechtigkeit" sei bereits attestiert gewesen. Seit 1751 diente das Haus auch als Poststelle für die thurn- und taxische Fahrpost - und gleichzeitig wurde erstmals eine Gastwirtschaft in Betrieb genommen. Nach mehrfachen weiteren Besitzerwechseln kaufte im Jahr 1971 das Ehepaar Ernst und Gisela Brand das Hotel. 1994 ließ Ernst Brand das Haus durch einen großen Anbau erweitern, im Jahr 2011 übernahmen Tochter Kerstin und Schwiegersohn Lutz Krüger-Brand die Geschäftsleitung. - Für die musikalische Unterhaltung sorgte beim Schaumburger Abend zwischendurch Gitarrist Lutz Edelberg, der mit einem breit gefächerten Repertoire gefiel - gefühlt mit Kompositionen von Francois Coupérin über diverse Jazz-Traditionals bis hin zu Pat Metheny. Bevor schließlich das große Büffet eröffnet wurde, lieferte Historiker Frank Huismann von der Uni Bielefeld eine unterhaltsame Geschichte, wie sich die Schaumburger Grafen im Mittelalter mal die Grafschaft Sternberg unter den Nagel reißen wollten. Am Nikolaustag 1377 war es tatsächlich soweit: Der vorletzte Sternberger Graf, Heinrich der V., verpfändete den Besitz an die Grafen von Schaumburg. Sohn Johann von Sternberg musste dann - wegen erheblicher Liquiditätsprobleme - 1391 endgültig auf ein Wiederkaufsrecht verzichten. Für die Schaumburger war's letzten Endes vergebliche Liebesmüh': Gut 30 Jahre später gerieten sie selbst in pekuniäre Schwulitäten - da war das Sternberg-Terrain wieder weg. 
Foto: km

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