1. Im Zahnputzbecher schmeckt selbst der beste Wein schlecht

    "Pro Rinteln" will mit Claudia Döpke den Einzelhandel in der Innenstadt stärken

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    RINTELN (ste). Für den Vorsitzenden des Stadtmarketingverein "Pro Rinteln", Stefan Reineking, kam der Vorschlag für eine neue stellvertretende Vorsitzende überraschend und auch der bis dahin vom Vorstand gesetzte und zur Wiederwahl bereite Ingo Gödecke war überrascht. Die Versammlung schlug zur Stärkung des Rintelner Einzelhandels Claudia Döpke als neue stellvertretende Vorsitzende vor und die wurde auch mit der Mehrheit der Stimmen gewählt. Hintergrund, so Döpke, ist der dramatische Leerstand von Geschäften in der Innenstadt und der Versuch, einen größeren Schulterschluss zwischen den Händlern des Einzelhandels zu erreichen. Denn, so Döpke: "Es gibt fünf Kraftfelder des Handels: Stadt, Stadtbild, Bürger, Gewerbe und die Frage nach Glas und Inhalt!" Soll übersetzt heißen: Selbst der beste Wein schmeckt aus einem Zahnputzbecher schlecht. Rinteln, so Döpke, habe Potential und das gelte es zu nutzen. Sie will künftig mehr Gemeinschaft zwischen den Händlern der Stadt erreichen und den emotionalen Mehrwert eines Einkaufs in der Stadt statt im Internet hervorheben. Denn: "Ware verkaufen reicht heute nicht mehr, man muss den Einkauf zum Erlebnis werden lassen!" Der Stadtmarketingverein hat aber noch weitere Baustelle. So war das letzte Jahr geprägt durch einen finanziellen Verlust, der fast ein Drittel der Rücklagen des Vereins aufbrauchte und Reineking stellte fest: "Wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet!" Es gelinge immer weniger, Veranstaltungen kostendeckend durchzuführen. Selbst so Dauerläufer wie das Weihnachtsgewinnspiel seien mittlerweile ein Zuschussgeschäft für den Verein. Deshalb stelle sich die Frage: "Wie wollen wir uns künftig aufstellen?" Und da gebe es nur zwei Möglichkeiten: Die unpopuläre mit Beitragserhöhungen für die Mitglieder und die vielleicht ebenso unpopuläre, sich von liebgewonnenen Aktionen verabschieden und konsequent sparen! Problemfeld Nummer drei ist die Draisinenstrecke. Die Abwärtsspirale bei den Fahrten sei zwar gebremst, der Fahrzeugpark benötige allerdings dringend eine kostenintensive Frischzellenkur. 30 Draisinen der anfangs über 40 stehen noch zur Verfügung und Ersatzteile seien schwierig zu bekommen. Den kompletten Fuhrpark zu sanieren hieße aber auch, etwa 35.000 Euro zu investieren. Dazu sollen nun Gespräche mit der VBE geführt werden und im schlimmsten Falle müsste der Betrieb der Strecke an die VBE abgegeben werden. In Gesprächen steht der Stadtmarketingverein auch mit der Stadt Rinteln, die nach einem Entwurf von Studenten überlegt habe, das Stadtmarketing künftig neu zu strukturieren und in eine "Stadtmarketing GmbH" zu überführen. Eine steuerliche Untersuchung habe zwar gezeigt, dass das kein gangbarer Weg sei, doch "Pro Rinteln" erwägt, einige Veranstaltungen oder Aktionen an die Stadt abzugeben, darunter "... sehr gerne auch die Weihnachtsbeleuchtung". Die ist nämlich seit Jahren das finanzielle Sorgenkind des Vereins, da sich zu wenig Gewerbetreibende der Innenstadt mit ihrem Beitrag daran beteiligen. Das Fazit von Stefan Reineking am Ende seines Vorstandsberichts: "Wir stehen vor schweren Zeiten!" Positiver fiel dagegen der Bericht von Simone Niebuhr als Stadtmanagerin aus. Von der neuen Draisinen-Homepage verspricht sie sich neue Impulse, die Aktionen wie "Grill den Häcksler", Weserschwimmen, Apfelmarkt oder "Galerie Innenstadt" hätten sich etabliert und bewährt, der "SHG 5er" läuft prima und die kulinarischen Stadt- und Burgführungen sind sehr beliebt. Deshalb auch ihr Vorschlag für 2020: "Wir belassen die Veranstaltungen erst einmal in dem Rahmen wie sie sich bewährt haben!"Foto: ste

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