1. Rettung kommt aus der Luft: Drohne spürt Rehkitze in den Wiesen auf

    100.000 Rehkitze sterben bundesweit grausamen Tod durch Mähmaschinen

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    LANDKREIS (em/ro). Die Kitze werden im hohen Gras der Wiesen im Wesertal von April bis Juni geboren und von dem Muttertier dort abgelegt. In den meisten Fällen bringt die Ricke zwei kleine Kitze zur Welt, die so lange in dem Feld verweilen, bis sie kräftig und selbstbewusst genug sind, um ihr zu folgen. In dieser Jahreszeit werden jedoch auch die meisten Wiesen gemäht. Vom Trecker aus nicht zu sehen Projektgruppe "Save-the-Kitz" Bauern stehen unter Zeitdruck. Das Wetter muss passen. Die wenigsten Landwirte haben genug Zeit, die Felder vorher nach kleinen Rehkitzen abzusuchen. Mähen, wenden und innerhalb von ein paar Tagen Ballen pressen, lautet das Motto. "Wir sind auf Helfer angewiesen", sagt Heinrich Schnarre aus Exten. Leider sind ihm auch schon Kitze unter das Mähwerk geraten. Vom Trecker aus sind die kleinen Kitze im hohen Gras überhaupt nicht zu erkennen. Deshalb wendet er sich an freiwillige Helfer, die direkt vor der Mahd die Felder nach Kitzen absuchen. Das ist mühsam und zeitaufwendig, denn das Gras steht hoch aber es ist derzeit die einzige Möglichkeit den Kitzen das Leben zu retten. In Rinteln und Umgebung gibt es glücklicherweise engagierte Helfer. Das ist bei der damit verbundenen Anstrengung nicht überall der Fall. "Es ist, als ob man Gewichte an den Beinen trägt, wenn man stundenlang durch ein Feld läuft" schildern Helfer aus Rinteln die Suchaktionen. Werden Kitze gefunden, werden sie in einem Karton mit Luftlöchern verstaut, so lange bis das Feld gemäht ist. Anschließend werden sie am Feldrand wieder abgesetzt und von der Ricke dort später aufgenommen. Anja Fuhrberg aus Rinteln, die seit Jahren Bauern vor der Mahd bei der Suche nach Rehkitzen unterstützt, ist in diesem Jahr der Projektgruppe "Save the Kitz" Lemgo beigetreten. "Ich habe schon viele Kitze gerettet, aber der Weg zu Fuß ist wirklich beschwerlich". Die Projektgruppe "Save-the-Kitz" am Engelbert-Kaempfer-Gymnasium in Lemgo baut Drohnen, die speziell für die Suche nach Rehkitzen mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. Lückenlos fliegen sie die automatisch berechnete und vorab einprogrammierte Flugroute ab. Die Einsätze erfolgen dann in den frühen Morgenstunden, damit das Rehkitz als Wärmequelle noch im kühleren Feld zu erkennen ist. "Ein Feld, für dessen Begehung wir sechs Stunden benötigt haben, wird dann innerhalb von 30 Minuten von der Drohne abgesucht. Unser Ziel ist es, im nächsten Jahr in Rinteln eine Drohne zu stationieren. Damit unterstützen wir kostenlos die Landwirte in der Region. Möglichst viele Tiere zu retten, ist unser Anspruch. Eine Website für das Projekt "Save the Kitz" ist auch bereits Online. Bei Fragen: Einfach eine E-Mail an: info@save-the-kitz.org. 

Foto: privat

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