RINTELN (km). Im Rahmen der "langen Museumsnacht" wurde am vergangenen Samstag eine neue Sonderausstellung in der Eulenburg eröffnet. Unter dem Titel "Welt in Flammen!" geht es dabei um den Dreißigjährigen Krieg an der Weser. Wohl kein anderes Ereignis der neueren Geschichte hatte so tiefgreifende und zerstörerische Folgen für das Wesergebiet wie der Dreißigjährige Krieg. Schlachten, Plünderungen, Gelderpressungen, Morde, Brandschatzungen und die Pest brachten zahllosen Menschen Ruin oder Tod. Nach Schätzungen von Historikern soll etwa ein Drittel aller Menschen im Reich (18 Millionen sollen es insgesamt sein gewesen sein) ihr Leben gelassen haben. Museumsleiter Dr. Stefan Meyer wies im überfüllten Forum der Eulenburg darauf hin, dass auch Rinteln von dem barbarischen Gemetzel betroffen gewesen sei. Während exakte Opfer-Zahlen nicht mehr rekapitulierbar sind, sprechen andere Schätzungen eine beredte Sprache. So sollen rund ein Drittel aller Häuser in Rinteln verlassen worden sein. Ein Teil davon sei abgerissen worden sei, ein anderer Teil als Brennholz verwendet worden. Und für einen weiteren Teil hätten sich später gern neue Besitzer eingefunden. Die Ausstellung stellt bis zum 22. September mit zahlreichen Originalen und lebensgroßen Porträts die wichtigsten Leitlinien der tragischen Zeit und ihrer Akteure im Land an der Weser vor. Geöffnet ist das Universitäts- und Stadtmuseum dienstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von elf bis 17 Uhr - für Gruppen oder Schulklassen nach Vereinbarung auch vormittags und abends. Foto: km
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Die Dokumente eines barbarischen Gemetzels
Eulenburg: Sonderausstellung über Dreißigjährigen Krieg
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