1. Ehrenamtliche sind einfach nicht "alltäglich"

    Christian Wessel reist mit der Jugendwehr zur Weltmeisterschaft nach Martigny

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    RINTELN (ste). Er ist jung, ungebunden, hat noch keine Kinder: "Da hat man viel Zeit für ein Ehrenamt", so Christian Wessel, der bei der Feuerwehr Rinteln mit Eintrittsalter 13 Jahre eher ein Späteinsteiger war: "Erst probierte ich mich im Handball aus, dann fand ich die Feuerwehr für mich über meinen Bruder!" Der Feuerwehr-Virus hat ihn seither gepackt, er wechselte mit 16 Jahren in die aktive Wehr, wurde mit 19 Jugendfeuerwehrwart in Rinteln und sorgte sich sieben Jahre lang um den Feuerwehrnachwuchs in der Wehr. Dann gab er seinen Posten ab, wechselte zur Feuerwehr nach Krankenhagen und auch dort engagiert er sich für die Jugend, mit der er in der gemeinsamen Wettkampfgruppe von Möllenbeck und Krankenhagen in diesem Jahr zur Jugendfeuerwehr-Weltmeisterschaft vom 14. bis 21. Juli nach Martigny in die Schweiz fährt: "Als Betreuer mit einem ganz tollen Team", so Wessel, der Jugendwartin Katharina Peterson und Marco Baschin in den Vordergrund gestellt sehen will: "Ich bin stolz, ein Teil dieses besonderen Teams sein zu dürfen!" Das Team, die Kameradschaft, genau das ist es, was ihm an dem Dienst am Nächsten so gefällt: "In meinem Beruf als Soldat pflege ich große Kameradschaft und in der etwas lockereren Atmosphäre der Feuerwehr hat die Kameradschaft auch einen großen Stellenwert!" Als Feuerwehrmann ist man im Ort angesehen, die Leute nehmen einen wahr: "Bist Du ehrenamtlich unterwegs, bist Du nicht alltäglich!" Dieses "Besonders sein", die Anerkennung der Menschen, denen man geholfen hat, das ist es, was für die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit entschädigt: "Man gibt viel, ohne viel zu erwarten, und erhält dann trotzdem jede Menge zurück", beschreibt Wessel die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, die ihm besonders am Herzen liegt. Deshalb gehört auch zu seinen schönsten Feuerwehrerlebnissen eine Situation nach einer Jahreshauptversammlung: "Da haben sie alle zusammen eine Torte für mich zum Geburtstag gebacken. Von der hängt heute noch ein Bild bei mir zu Hause!" Und so nahm sich Christian Wessel im letzten Jahr drei Wochen Jahresurlaub, half bei der Organisation des Stadt-Jugendfeuerwehr-Zeltlagers in Krankenhagen und war dort zuständig für das Abendprogramm. 300 Kinder und Betreuer waren begeistert und als Wessel, dessen große Leidenschaft die Musik ist, dann auch noch "Alm-Klausi" von dessen Gastauftritt am Doktorsee auf die Feuerwehrbühne in Krankenhagen holte, tobte das Zelt. Doch es gibt auch belastende Momente im Feuerwehrdienst: "Leichenbergungen von Wasser-, Unfall- oder Brandleichen sind besonders schwer zu verdauen!" Doch die gute Kameradschaft, die Gespräche mit anderen Ehrenamtlichen, der Rückhalt in der Gemeinschaft fängt einen immer wieder auf und so lautet sein Rat für alle Kinder und Jugendlichen auch nach 15 Jahren Feuerwehrdienst: "Tretet in die Feuerwehren ein, denn hier kann man auch mit seinem Einsatz von Zeit und Engagement jede Menge bewirken!" Text/Foto: ste/privat BUZ I(Mann) Christian Wessel ist ein Beispiel dafür, dass es sich lohnt, als Jugendlicher eine Entscheidung "Pro-Feuerwehr" zu treffen. BUZ II (bei der Jugendarbeit) Mit 19 Jahren war er Jugendfeuerwehrwart in Rinteln, jetzt engagiert er sich für Jugendliche in Krankenhagen. BUZ III (mit Torte) Ein Erlebnis, das sich einprägte: "Ich habe von den Kindern eine Torte zum Geburtstag bekommen!"

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