1. Posthume Ehrenbürgerwürde für Wippermann

    Erinnerung an einen Demokraten / Kämpfer für die Verfassung und gegen die Korruption

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    RINTELN (ste). Jedes Jahr zum Todestag von Carl Wilhelm Wippermann am 23. März legen Vertreter der Stadt Rinteln einen Kranz an seiner Gedenkstätte auf dem Seetorfriedhof nieder und erinnern dabei an einen Menschen, der als guter Demokrat gilt, Kämpfer für die hessische Verfassung, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung und Bürgermeister der Stadt Rinteln war. Gemeinsam mit Astrid Teigeler-Tegtmeier und Dr. Stefan Meyer vom Museum Eulenburg erinnerte Rintelns ehemaliger Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz in diesem Jahr an Wippermann. Seine Idee: "Wippermann sollte die Ehrenbürgerwürde der Stadt Rinteln posthum verliehen werden!" Doch was ist denn genau der Verdienst von Carl Wilhelm Wippermann, der von 1800 bis 1857 lebte? Dr. Stefan Meyer hat sich mit seiner Person beschäftigt und weiß, dass in den Archiven von Marburg und Kassel noch weitere Informationen über diesen großen Rintelner schlummern, der als Sohn eines Juraprofessors an der Academia Ernestina am 1. Dezember 1800 geboren wurde. Bereits mit 18 Jahren hielt er seine erste und viel beachtete öffentliche Rede auf einem hochpolitischen Turnfest in Todenmann. Er studierte Jura, wurde Anwalt beim Obergericht in Rinteln und 1831 Bürgermeister der Stadt. 1832 schon wechselte er als Deputierter der Landgemeinden des Weserbezirks in die Ständeversammlung und wurde Wortführer des liberalen Flügels, übersiedelte nach Kassel und wurde zum zweiten Bürgermeister dort gewählt. Der damaligen hessischen Regierung war Wippermann zu reaktionär, doch alle Anfechtungen seiner Wahl blieben ohne Erfolg. Wippermann war beliebt, galt als wahres Redetalent und erhielt 1836 die Ehrenbürgerwürde Kassels. Er arbeitete maßgeblich an der neuen Städte- und Gemeindeordnung von 1834 und die freiheitliche Abfassung des Gesetzes ging wesentlich auf ihn zurück. Wippermann kämpfte für eine aktive Verkehrspolitik, trat öffentlich gegen Korruption ein und wurde 1842 zum Oberbürgermeister Kassels gewählt, was auf Intervention des Kurfürsten annuliert wurde. Rinteln bot Wippermann seinen politischen Rückhalt und als 1848 die politischen Dämme in Europa brachen, nahm er als Gesandter der kurhessischen Regierung an der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche teil, wo er sich maßgeblich an der in der Verfassung verankerten Bundesgewalt einsetzte. Er wurde Staatsrat im Finanzministerium, doch die Revolutionsbewegung scheiterte und sein politischer Rückzug war eingeleitet. Er zog zurück nach Rinteln in die Klosterstraße und starb hier 1857 an einem starken Gichtleiden. Er erlebte das Ende der strikten Reaktionszeit in Hessen 1862 nicht mehr. In Rinteln vergaß man allerdings nicht die Leistungen Wippermanns und seiner Weggefährten und verlieh den noch Lebenden unter ihnen die Ehrenbürgerwürde. DiuRI13ST23 01 uese Ehrung könnte Carl Wilhelm Wippermann jetzt posthum auch zuteil werden, wenn sich der Rat der Stadt Rinteln dem Vorstoß von Karl-Heinz Buchholz anschließt. Foto: ste

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