RINTELN (ste). Ende, Schluss, Aus und vorbei! Der Brückentorsaal ist (vorerst) Geschichte. Mit der Prunksitzung des Rintelner Karneval endet die Ära des Saals, der zuletzt nur noch mit einer besonderen Brandschutzwache betrieben werden durfte. Die Karnevalisten nahmen natürlich diesen Umstand aufs Korn und stellten gleich ins Foyer eine handbetriebene Kübelspritze als Hohn und Spott auf die nach Verwaltungsmeinung plötzlich aufgetretenen Brandgefahren. Ein dickes Dankeschön des Karnevals, ganz ohne Hohn und Spott, galt allerdings den acht Feuerwehrleuten, die sich im Saal verteilten und peinlich genau darauf achteten, dass die Notausgänge immer frei blieben und niemand offenes Feuer machte. Den Ausstieg aus den Veranstaltungen im Saal titelten die Karnevalisten mit "Brüxit" und Klippenturmwirt Jörg Riechert zeigte ungeahnte Qualitäten in der Bütt als "Landmann". Er zeichnete sich auch verantwortlich für das diesjährige Motto: "Da fällt mich doch der Sack von'n Wagen!" Riechert hatte für Hans-Hermann Stöckl die Bütt übernommen, denn der "Nachtwächter" erklärte seinen Rückzug aus dem Wächteramt. Seine spitzfindigen Texte hatten über Jahre hinweg den Finger tief in die Wunden heimischer Politik gelegt und Riechert knüpfte daran an. Neben dem Rathaus mit seinem beschworenen Brandschutzwahn bekam auch das Vehlener Krankenhaus sein Fett weg: Man sollte schon genau aufpassen, welches Gliedmaß operiert werden müsse, damit es am Ende nicht das falsche war. Der Erfolg der "Klosterelfen", die wieder einmal "Standing Ovations" bekamen, basiert auf dem Gegensatz des grazilen Tanzes mit der robusten Männlichkeit der Akteure. Feine Bewegungsabläufe paaren sich bei ihnen mit starken Bäuchen, spitzfüßiges Ballett mit Schuhgröße 46 und weißen Socken. Die Mischung ist brüllend komisch und der Name täuscht über die behaarten Männerbrüste hinweg, die unter den bunten Hawaihemden stecken. Echte Elfen mit richtig grazilem Tanz gab es bei der Vorstellung natürlich auch noch. Der Saal war ausverkauft, die Stimmung unter den zumeist kostümierten Gästen war prima und was jetzt nach dieser Vorstellung mit dem Karneval passiert, steht noch in den Sternen. Der Frauenkarneval denkt über eine Zeltveranstaltung nach und auch mit dem RCV wird es weitergehen; wo, das steht noch in den Sternen. Und noch etwas fiel auf: Am Ende wollte jeder der Letzte sein, der den Saal verlässt; damit kann man schon Geschichte schreiben.Foto: ste
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Brückentors "letzer Akt" läutet den "Brüxit" ein
Karnevalisten schließen die Tür hinter sich zu / Am Ende wollte jeder der Letzte sein / Gute Stimmung unter Gästen
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