RINTELN (ste). Bis zum 18. Mai kann man sich die Ausstellung "Oh, eine Dummel!" im Gymnasium Ernestinum noch anschauen. Die Ausstellung bereitet das Thema "Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit" leicht und witzig auf. Die Karikaturen werden umrahmt von Kleidung, die auf den ersten Blick in die "Szene" der Neonazis passt. Doch die Slogans auf den Shirts sind intelligent umgeschrieben. Statt "Hier marschiert der nationale Widerstand" steht dort beispielsweise "Hier marschiert der nationale Viehbestand". Und statt des Label "Thor Steinar", ein angesagtes Label rechter Gruppierungen, gibt es die Shirts von "Storch Heinar". Schulleiter Andre Sawade stellte bei der Eröffnung deutlich heraus: "Es geht nicht um, sondern gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit!" Das werde in der Schule Tag für Tag gelebt: "Wir sind alle gleich, ohne Ausgrenzung!" Deutlich machte Sawade aber auch, dass die deutsche Geschichte der heutigen Generation keine "Schuld" aufbürde: "Aber Verantwortung!" Die Ausstellung bereitet Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit dank vieler Sponsoren humorvoll in Karikaturen auf. Sawade griff in diesem Zusammenhang auch die politische Diskussion um die neue IGS auf und rief in der Schule dazu auf, sich in demokratischen Prozessen mit einzubringen: "Nicht derjenige, der am lautesten schreit hat Recht!" Dann sollte der Politologe Marc Schwierting aus Berlin in die Ausstellung einführen. Doch sein Vortrag uferte zu einer Anti-AFD-Kampagne aus. Die AFD, so Schwierting, sei der parlamentarische Arm der rechten Bewegungen wie Burschenschaften, Reichsbürger, Identitären Bewegungen, NPD, Pegida & Co. Gebetsmühlenartig griff Schwierting die im Bundestag vertretene Partei an und verpasste es dabei, das wesentlich breites Spektrum der rechten Bewegungen im Land aufzuzeigen. Die Ausstellung schaffte das und ist sehenswert. Bis zum Freitag, 18. Mai, ist sie im Gymnasium zu sehen. Foto: ste
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Hier marschiert der "Nationale Viehbestand"
Anschauliche Ausstellung gegen Rechtsextremismus
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