1. Revitalisierung von Leerstand durch "Pop-Up-Stores" in der Diskussion

    Fortschreibung ist auf den Weg gebracht / Mittel für Projekte beantragen

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    RINTELN (ste). Die Fortschreibung des "Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes" der Stadt Rinteln ist mit der zustimmenden Kenntnisnahme des Bauausschusses auf den Weg gebracht worden. Jetzt muss noch der Rat am 21. Juni darüber entscheiden. Doch was ist eigentlich das "ISEK"? Die Firma "BauBeCon", seit Jahren ein Partner der Stadt Rinteln in Sachen Städtebauförderung, erstellte das Konzept, mit dem jetzt Mittel für Projekte in der "Historischen Ortslage" beantragt werden können. Veränderte Herausforderungen, neue Gebietsentwicklungen, politische Entscheidungen und Änderungen in den Förderangeboten von Bund und Ländern können eine Fortschreibung eines vorhandenen ISEK notwendig machen. Rinteln hatte bereits 2007 ein solches Konzept in Auftrag gegeben, aus dem bislang rund 1.25 Millionen Euro für Maßnahmen in die Stadt flossen. Aufgebaut ist ein solches Konzept zuerst einmal in einer Bestandsanalyse. Hier wird der Ist-Zustand ermittelt. Dann folgt eine "Stärken-Schwächen-Chancen-Risiko"-Analyse und die mündet letztendlich in einem Katalog mit Handlungsempfehlungen. Der Vorteil für die Stadt: Externe Fachleute schauen mit anderen Augen auf die Problemzonen der Stadt. Bei den Stärken punktet Rinteln mit dem für die Stadt besonders attraktiven Landschaftsraum im Weserbergland, ihrer Geschichte, den Parkanlagen im Zentrum, den touristischen Angeboten und den guten fußläufigen Erreichbarkeiten. Doch auch die Schwächen stellte das Unternehmen heraus. So gibt es Sanierungs- und Modernisierungsstau an Gebäuden, Leerstände in A- und B-Lage der Innenstadt, mangelnde Gestaltung von Grünflächen und weite Entfernungen zu den Oberzentren wie Hannover. Chancen sieht BauBeCon für Rinteln durch Schaffung nachgefragter und moderner Wohnangebote und der Attraktivierung von Fußverbindungen. Risiken gibt es, wie in anderen Städten auch, besonders bei steigendem Leerstand und dadurch bedingtem Attraktivitätsverlust der Innenstadt. Besonderer Handlungsbedarf wird in der Sanierung der historischen Altstadtmauer in Mühlenstraße, Dingelstedtwall und "Hinter der Mauer" gesehen. Der Blumenwall müsse aufgewertet werden, Spielplätze hätten Modernisierungsbedarf, die Weserpromenade sei nicht an die Routen des Radverkehrs angebunden, die Brückenanlage am "Alten Hafen" (Exter) sei sanierungsbedürftig, es gibt gestalterische und funktionale Defizite einzelner Straßenzüge sowie Handlungsbedarf durch Funktionsverlust nach Auflösung des Schulstandortes Kollegienplatz (IGS). Eine der weiteren Handlungsempfehlungen: "Pop-Up-Stores"! Doch was ist das? Die Idee eines solchen Stores in Leerständen ist denkbar einfach. Geschäfte "poppen" quasi als Kurzzeitstores in einem Leerstand auf und verschwinden dann nach kurzer Zeit wieder, wenn es einen neuen Mieter für das Objekt gibt. Sie nutzen das Prinzip der künstlichen Verknappung als erfolgreiches Geschäftsmodell. Obwohl das Hauptaugenmerk des neuen ISEK auf der künftigen Nutzung des Kollegienplatzes liegt, können auch private Projekte in der "Historischen Ortslage" gefördert werden. Insgesamt sollen 3,622 Millionen Euro durch Bund, Land und Stadt zur Verfügung gestellt werden. Foto: ste

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