1. "Die Schlacht um Grohnde"

    Dass es keine Toten gab, ist "glücklichen Umständen" zu verdanken / Ausstellung in der Eulenburg

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    RINTELN (km). Am vergangenen Freitag wurde im Museum eine neue Sonderausstellung eröffnet. Bis zum 20. Oktober geht es dabei um die "Schlacht um Grohnde" im Jahr 1977. Die Dokumentation befasst sich mit den Protesten gegen den Bau des Kernkraftwerks bei Hameln am 19. März 1977. Seit mehr als 40 Jahren sorgt das Kernkraftwerk Grohnde südlich von Hameln für Kontroversen. Die Ausstellung zeigt den zunehmenden Protest gegen das Kraftwerk und seine Eskalation im Jahr 1977. Auch wenn die spätere Inbetriebnahme nicht verhindert werden konnte, setzte die damalige Anti-­Atombewegung deutliche politische Impulse, die bis in die Gegenwart nachwirken. Die Ausstellung basiert auf umfangreichem Bild- und Textmaterial und stellt den politischen Protest der 70er und frühen 80er Jahre ausführlich dar. Im Zentrum stehen dabei Erfahrungsberichte der Beteiligten, sowohl von Protestierenden, als auch von Polizisten. Darüber hinaus sind auch konfiszierte Gerätschaften, Dokumente und Uniformen aus den Beständen des Polizeimuseums zu sehen. Geschätzte 15.000 Demonstranten - davon rund 2000 militante - sorgten bei der "Schlacht um Grohnde" für schwere Ausschreitungen. Mit etwa 800 verletzten Demonstranten und rund 240 verletzten Polizisten entwickelte sich die Demonstration zur bis dahin gewalttätigsten Auseinandersetzung in der westdeutschen Geschichte. Der Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom, der maßgeblich beim Zusammentragen von Bildern, Dokumenten und Zeitzeugenberichten verantwortlich zeichnete, formulierte es bei der Eröffnung der Ausstellung so: Dass es seinerzeit keine Toten gegeben habe, sei allein "glücklichen Umständen" zu verdanken gewesen. Foto: km

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