FRIEDRICHSWALD (ste). Für viele junge Menschen ist heute der Begriff "Arbeiterverein" so weit weg wie ein Leben auf dem Mars. Doch in Friedrichswald hat der Verein nicht nur Bestand im dörflichen Leben, es gibt auch Nachwuchs; und das sogar in der Vorstandsarbeit. Nach 38 Jahren als Vorsitzender gab Friedrich Sellmann den Vorsitz ab an Thorsten Franz. Der ist erst 36 Jahre jung und war damit noch gar nicht geboren, als Sellmann im Alter von 40 Jahren den Vorsitz des Vereins übernahm. Der Fortbestand des 1897 gegründeten Arbeitervereins in Friedrichswald ist damit vorerst geglückt. Friedrich Sellmann, oder wie die Friedrichswalder lieber sagen "Fritz", ist es mit dem Führungswechsel gelungen, frischen Wind in den Verein zu bringen. Nicht nur dafür erhielt er einen großen Präsentkorb. Sellmann ist seit 60 Jahren Mitglied im Verein und Otto Kuhfuß und Friedhelm Schnadt seit 50 Jahren. Arbeitervereine schossen im 19. Jahrhundert landesweit wie Pilze aus dem Boden. Sie gingen aus der Arbeiterbewegung hervor und hatten durchweg auch politische Bedeutung. Ihnen und ihrer Arbeit wird eine spürbare Verbesserung der sozialen Bedingungen für die Arbeiter ihrer Zeit nachgesagt. Ihre gewerkschaftsähnliche Bewegung gilt bei einigen Historikern auch als Wiege der heutigen SPD. Derzeit pflegen die Arbeitervereine, die die Zeit überdauern konnten, eher kulturelle, gesellige oder sportliche Aktivitäten. Foto: privat
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Mission "Fortbestand" ist gesichert
Arbeiterverein verjüngt sich mit Thorsten Franz im Vorstand
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