1. "Auch jenseits von Eden werden wir ohne die Bienen untergehen"

    Rintelner Imkerverein feiert sein 125-jähriges Bestehen / Bedeutung der Bienen

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    RINTELN (km). Über 100 Gäste konnte Vorsitzender Klaus Koschnick am vergangenen Sonnabend zur Feier des 125-jährigen Jubiläums des heimischen Imkervereins begrüßen. Weil Jürgen Frühling, der Vorsitzende des Landesverbandes, aus gesundheitlichen Gründen seinen Besuch kurzfristig hatte absagen müssen, übernahm Koschnick selbst den Rückblick auf die Geschichte des Traditionsvereins. Für den folgenden Festvortrag konnte Dr. Pia Aumeier von der Ruhr-Universität Bochum gewonnen werden. "Erst stirbt die Biene, dann der Mensch?" so hat die Expertin ihre kritischen Ausführungen überschrieben, bei denen es unter anderem um die Bedeutung der Honigbienen und anderer Bestäuber im Naturhaushalt ging. Sowohl aus dem Rückblick des Vorsitzenden als auch aus den Ausführungen der Expertin ging hervor, dass es generell eine Menge Gründe gebe, sich für die Bienen und die Imkerei zu interessieren: "Viele Menschen", so heißt es auch in einer Informationsschrift des Vereins, "haben heute die Liebe zur Natur im Sinn": Sie wissen mittlerweile, dass vor allem in den Bereichen, die der Mensch zu seinen Zwecken verändert habe, Hilfe notwendig geworden sei, "um eine lebenswerte und gesunde Zukunft für uns und unsere Nachkommen zu erhalten und zu sichern". Der Wunsch, selbst etwas Positives zur Erhaltung einer gesunden Umwelt für Mensch, Flora und Fauna zu tun, führe häufig zum Engagement in einschlägigen Organisationen und Vereinigungen, die sich für solche Ziele einsetzten. Einen wichtigen Beitrag leisteten die heimischen Bienen und die Imkerei. Ohne die Bestäubungsleistung der fleißigen Insekten würden Menge und Qualität der landwirtschaftlichen Produkte weltweit um ein Vielfaches geringer ausfallen. Nicht nur jedes Kind wisse den Honig (einst "die Speise der Götter") zu schätzen: "Wer die Vielfalt der Natur als Nahrung liebt, der wird vor allem vom einheimischen Honig begeistert sein." Nicht selten entstehe dadurch auch der Wunsch, sich intensiver mit der Bienenhaltung zu beschäftigen und sich selbst ein eigenes Volk in seinen Garten zu stellen. Gedanken, die nicht nur die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann Grolm in den Mittelpunkt ihres Grußwortes stellte, sondern auch Nikolai-Pastorin Sabine ("Biene") Schiermeyer, die konstatierte, dass die Menschen zwar aus dem Paradies (dem Land, wo Milch und Honig fließen) verwiesen worden seien: "Aber auch jenseits von Eden werden wir ohne die Bienen untergehen". - Der Imkerverein Rinteln ging aus dem Schaumburger Imkerverein hervor. Der war im Jahr 1893 auf Veranlassung des Großimkers Dahl (Exten) in Rehren gegründet worden. Bereits drei Monate später hatte der Verein 25 Mitglieder, die zusammen 384 Bienenvölker betreuten. Der Imkerverein Schaumburg war die Keimzelle von weiteren örtlichen Imkervereinen. Der größte ist heute der Rinteln Verein mit derzeit 53 Mitgliedern. Foto: km

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