1. Zwischen Freudentaumel und Enttäuschung

    Viel Arbeit trifft auf Entwicklungen mit trüben Aussichten zum Jahresende / Optimierungsbedarf für die Innenstadt

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    BAD NENNDORF (jl). Krippenbau, Kurhaussanierung, Gehrenbreite samt Kreuzungsausbau, Ganztagsschule 2.0, Feuerwehrumzug, Personalüberstellung: "Das war definitiv das arbeitsintensivste Jahr seit meinem Amtsantritt", resümiert Mike Schmidt. Zu Ende geht es allerdings mit Entwicklungen, die die rosigen Aussichten sowohl der Samtgemeinde als auch der Stadt vorerst trüben. Personalüberstellung 
gefloppt Sechs Monate einmütige Vorbereitung mit Vertretern aus allen Fraktionen und dann das: Die Übertragung der Verwaltungstätigkeit der Nordgemeinden an die Samtgemeinde und damit auch die neue Berechnung der Samtgemeindeumlage sind vorerst gefloppt, weil sich Haste querstellt. Ungeachtet der persönlichen Enttäuschung über die gezogene Notbremse bleibt der Verwaltungschef aber optimistisch: "Ich bin guter Dinge, das noch zu einem positiven Abschluss zu bringen", sagt er mit Blick auf anberaumte Bürgermeister-Gespräche Anfang Januar. Bis dahin ruhen die noch nicht beschlossenen Haushaltsaufstellungen. Feuerwehrumzug
ist ein Highlight Die letzten zwölf Monate der Samtgemeinde prägen vor allem zwei Highlights: der Umzug der Feuerwehr in die neue Wache und der zügige Ausbau der Kinderbetreuung. "Wir haben da ein optimales Ergebnis hingestellt", sagt der Samtgemeindebürgermeister über das neue Domizil der Kameraden - mit 3,5 Millionen Euro die bis dato größte Investition der Kommune. Dass der Umzugstermin mehrfach von Frühjahr bis letztlich kurz vor Winteranfang verschoben worden ist, hinterlasse alles andere als einen faden Beigeschmack. Man habe sich bewusst mehr Zeit gelassen, um auf Wünsche der Kameraden einzugehen, aber auch um durch Umplanungen Kosten zu sparen. Zudem steht der Brandschutzbedarfsplan und geht nun in die Umsetzung. Ob Standorte möglichweise zusammengelegt werden, müssten die Gespräche mit den Feuerwehrleuten ergeben, wiegelt Schmidt konkrete Pläne ab. Der finanzielle Rattenschwanz des Erfolgs In Hohnhorst wurde die Kita um eine Krippe erweitert, in Bad Nenndorf der Pavillon für zwei Übergangsgruppen umfunktioniert und eine neue Vier-Gruppen-Krippe gebaut - schon im Frühjahr soll die Eröffnung sein. Den Bauantrag für einen baugleichen Kindergarten hat die Klax Niedersachsen GmbH gestellt. Die Ganztagsschule ging mit einem Konzept in die Verlängerung, das jeder Familie die Chance einräumt, den Nachwuchs nachschulisch betreuen zu lassen. Und: Die Suche nach einem Standort für eine viergruppige Kita in den Nordgemeinden war offenbar erfolgreich. Hohnhorst hat der Verwaltung ein, so Schmidt, "infrastrukturell gut gelegenes" Grundstück angeboten. Mehr will er noch nicht preisgeben. Konkrete Gespräche sollen Anfang 2018 starten. Den akuten Platzmangel wird, vorbehaltlich der politischen Zustimmung, eine im Sommer startende Waldkindergartengruppe lösen. Die Schattenseite der Medaille: Der Zuschussbedarf für die Kinderbetreuung steigt auf 3,15 Millionen Euro und zieht einen finanziellen Rattenschwanz hinter sich her. Trotz erhöhter Elternbeiträge sah sich die Verwaltung angehalten, die Samtgemeindeumlage zu erhöhen. Und die führt in der Kurstadtstadt zu Steueranpassungen. Sedai-Ansiedlung so gut wie gescheitert Ende Februar waren die Notarverträge unterzeichnet worden, jetzt ist die avisierte Großansiedelung eines Onlinedruckzentrums durch die Firma Sedai offenbar so gut wie geplatzt. Die 1,6 Millionen Euro für das fast sieben Hektar große Grundstück in der südlichen Gehrenbreite sind bisher nicht geflossen. Schmidt geht davon aus, dass die Fläche in den ersten zwei Januarwochen wieder in städtischer Hand ist. Er betont: "Der Stadt wäre dadurch kein finanzieller Schaden entstanden." Die im Haushalt eingeplanten Einnahmen müsste sie nur kurzweilig kreditfinanzieren, bis sie andere Käufer gefunden hat. Auch einen zeitlichen Nachteil sieht Schmidt nicht, da der erforderliche Bebauungsplan jetzt rechtskräftig ist. Heißt: Neue Käufer können sofort tätig werden und müssen nicht warten. Deswegen - und damit unabhängig vom Sedai-Vorhaben - ist laut Schmidt auch das DRK Schaumburg mit seiner Tagespflege nach Rodenberg abgewandert. "Das heißt aber nicht, dass unser Gesprächsfaden abgerissen ist", lässt der Stadtdirektor Spekulationen auf einen weiteren Standort zu, ohne diese weiter zu kommentieren. Auch der angeschobene Ausbau der Kreuzung Gehrenbreite/B 442 sei alles andere als vergeudet. Schließlich rechnet die Stadt damit, das Areal mit anderen Interessenten zu füllen. Und: "Wir können jetzt den sicheren Schulweg von und nach Waltringhausen gewährleisten", so Schmidt. Kurhaussanierung soll Mitte Juli starten Beendet ist seit Februar das Drama ums Kurhaus, dessen Sanierung ursprünglich bereits in diesem Frühjahr hätte losgehen sollen. "Es war richtig und wichtig, dass wir nach diesem jahrelangen Hickhack endlich einen klaren Weg bekommen haben", meint Schmidt. Der Bauantrag wurde gestellt, den Beginn der Maßnahmen datiert der Stadtdirektor auf die 26. bis 30. Kalenderwoche. Zu den "good News" gehören auch die 14 Grundstücksverkäufe an der Feldstraße, die wiederbelebte Dorferneuerung Riepen, der Planungsauftrag für den Bauhof-Neubau und die begonnene Schulhofsanierung in Haste. Noch viel drin 
für die Innenstadt Optimierungsbedarf sieht Schmidt beim angelaufenen Citymanagement. "Vielleicht haben wir die Ziele ein bisschen aus den Augen verloren", räumt er ein. Konkretisierende Gespräche hätten stattgefunden und sollen jetzt fortgeführt werden. Feststehe, dass noch viel für die Innenstadt gemacht werden könne. Mit der Vollsanierung des Rathauses an seinem jetzigen Standort - dazu hat sich die Samtgemeinde bekannt - liegt ein weiterer Meilenstein vor der Verwaltung. Das Wann bleibt laut Schmidt aber eine unbekannte Variable. Foto: jl

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