1. "Wichtige Etappenziele sind erreicht"

    Landrat Jörg Farr: Start des neuen Klinikums / Wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung / Erweiterung des GVH-Tarifs

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    LANDKREIS (bb). Landrat Jörg Farr hat in seinen Betrachtungen zum Jahreswechsel auf den Fortschritt bei großen Projekten vom Betriebsstart des neuen Klinikums in Obernkirchen bis zum Entscheid im Architektenwettbewerb für den Neubau einer Integrierten Gesamtschule in Rinteln verwiesen. Damit sei die Entwicklung in diesen und vielen weiteren Bereichen nicht abgeschlossen, die Nachnutzung der ehemaligen Krankenhausstandorte werde beispielsweise weiterhin eine umfangreiche Detailplanung erfordern. Festzuhalten sei, dass bedeutende Etappenziele erreicht worden seien. Und dies vor dem Hintergrund einer seit mehreren Jahren erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung im Schaumburger Land. So hätten sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit und die Zunahme der Beschäftigungsverhältnisse fortgesetzt. Gegenüber dem Jahre 2009 habe sich die Zahl der Arbeitsplätze im Landkreis um 7.000 erhöht, die Arbeitslosenquote sei auf 5,7 Prozent gesunken. Ein Resultat des erfolgreichen Kurses der heimischen Unternehmen, welche der Landkreis mit einer aktiven Wirtschaftsförderung unterstützt habe und weiterhin unterstütze. Die Betriebe würden im Austausch mit dem Landkreis signalisieren, dass sich diese Entwicklung fortsetze. Betriebserweiterungen und die Einstellung weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien geplant. Trotz der robusten Entwicklung am Arbeitsmarkt, "sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen", so der Landrat. Gerade im Bereich der Empfänger von Arbeitslosengeld II bleibe die Qualifizierung von Leistungsempfängern eine wichtige Herausforderung. Eine Wiedererhöhung der Eingliederungsmittel des Bundes und auch der Einstieg in den Wiederaufbau eines sozialen Arbeitsmarktes würden aus Sicht des Landkreises wichtige Instrumente an die Hand geben, um weitere Möglichkeiten zur Einbindung von Arbeitslosen in Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen. Sehr betroffen mache beim grundsätzlich positiven Arbeitsmarkttrend, dass Faurecia sich weiterhin nicht auf die eingeleitete Investition am Standort in Stadthagen festgelegt habe. Vom Grundstückskauf bis zur Bereitstellung von Fördermitteln in erheblichem Umfang seien Stadt, Landkreis und das Land Niedersachsen dem Konzern weit entgegen gekommen, um auf eine Entscheidung pro Stadthagen hinzuwirken. Das erneute Aufschnüren des Planungsvorgangs zur Investition durch Faurecia führe unter den Mitarbeitern in Schaumburg zu tiefer Besorgnis. In Gesprächen werde der Landkreis weiterhin die Vorteile des Standortes in Stadthagen aufzeigen. Ob der Konzern die angebotene Unterstützung aufgreife und am Standort in Schaumburg investiere, darüber sei eine Entscheidung in den ersten Monaten des Jahres 2018 zu erwarten. Ein großer Erfolg am Ende eines beharrlich und zielstrebig vorangetriebenen Entwicklungsprozesses sei die Inbetriebnahme des neuen Klinikums in Vehlen/Obernkirchen zum Monatswechsel von November auf Dezember, mit der Schaumburg eine neue Stufe der medizinischen Versorgung erreiche. Das Klinikum erweitere den Umfang der Möglichkeiten zur medizinischen Behandlung im Landkreis merklich. Dazu sei diese hochqualifizierte Versorgung auf Grundlage moderner Technik nun langfristig gesichert. Auch wenn noch viel Arbeit auf das Krankenhausteam warte, seien die Voraussetzungen in dem neuen Klinikum günstig. Über eine Kombination aus Linienverkehr und flexiblen Angeboten des Öffentlichen Personennahverkehrs sei auch eine gute Erreichbarkeit des neuen Krankenhauses sichergestellt. An den drei ehemaligen Krankenhausstandorten in Stadthagen, Rinteln und Bückeburg sei nun die Nachnutzung zu regeln. Auch wenn die dazu nötigen Schritte im Zusammenwirken mit den Kommunen bereits eingeleitet seien, bleibe viel Detailarbeit in der Umsetzung zu leisten. Für alle drei Standorte seien jedoch langfristig tragende Nutzungskonzepte gefunden. Mit dem Bau der IGS in Rinteln an der Burgfeldsweide sei ein weiteres Großprojekt auf dem Weg der Verwirklichung. Auf diesem Weg sei mit der Entscheidung im Architektenwettbewerb ein wichtiges Etappenziel erreicht. Ebenso seien Planungen zur Erweiterung der feuerwehrtechnischen Zentrale in Stadthagen angelaufen. Nach der erfolgreichen Unterbringung von mehr als 3.000 Flüchtlingen im Landkreis stehe nun deren weitergehende Integration an. Eine Aufgabe, welcher sich die Verwaltung in den nächsten Jahren stellen werde. Hier gelte es, flexibel zu sein und die vorhandenen Konzepte jeweils zugeschnitten auf die sich abzeichnende Bedarfe fortzuentwickeln. Ein wichtiges Feld bleibe der Spracherwerb, auf dem Schaumburg in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule breit aufgestellt sei. In vielen Bereichen, die im Zuständigkeitsbereich von Landkreis, kreisangehörigen Städten und Gemeinden lägen, seien so in 2017 wichtige Fortschritte erzielt worden. Weiterhin Klärungsbedarf bestehe in der Frage der Erweiterung des GVH-Tarifs und dem Start des Breitbandausbaus für das schnelle Internet. Auf beiden Feldern sei der Landkreis früh aktiv geworden und setze sich intensiv für die Verwirklichung ein. Dazu werde jedoch die Zustimmung von Dritten benötigt, die über manchmal hochgradig formalisierte Verfahren erreicht werden müsse. Farr hob die hohe Leistungsfähigkeit der heimischen Hilfsorganisationen vom DRK über das THW und viele weitere bis hin zu den Feuerwehren hervor. Diese hätten ihre Einsatzbereitschaft und Qualifikation bei vielfältigen Einsätzen auch in 2017 unter Beweis gestellt. Im anbrechenden Jahr würden sich diese gemeinsam bei einem großen "Blaulichttag" in Rinteln der Öffentlichkeit präsentieren. Er hoffe bei dieser Veranstaltung am 2. Juni auf einen regen Publikumsandrang, so Farr. Der Landrat zeigt sich zuversichtlich, dass sich das Schaumburger Land mit Hilfe von Politik und Verwaltung sowie dem Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, Institutionen, Vereinen und Verbänden weiterhin positiv entwickeln werde. Foto: bb/archiv bb

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