1. Der Ausschuss empfiehlt alternative Bestattungsformen

    Vorschlag für Gräber unter Bäumen stößt auf positives Echo / Waldfriedhof

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    RODENBERG (jl). Offizielle Sonnabendbestattung, Einrichtung von Baumurnengräbern und die eines Waldfriedhofs: Im Bereich der Friedhöfe der Samtgemeinde könnte sich einiges ändern. Der Ausschuss für Friedhofsangelegenheiten folgte dem Vorschlag der Verwaltung, auf nahezu allen Friedhöfen Gräber unter Bäumen zu errichten. Auf einigen wachsen bereits große Bäume, die sich ergänzt durch Stelen für diese Art der Bestattung eignen. Als bestes Beispiel nannte Bauhofmitarbeiter Martin Meier den Friedhof in Reinsdorf, auf dem drei große Eichen stehen. Zudem gibt es meist ausreichend Freiflächen, um weitere Bäume anzupflanzen. Karsten Dohmeyer (Grüne) regte an, gleich mehrere Exemplare in die Erde setzen, um gegen Baumsterben resistent aufgestellt zu sein. Einzig auf dem Soldorfer Friedhof ist der Platz wohl zu beengt. Auch bei Nicole Bruns, beratendes Mitglied für die evangelische Kirche, stieß das Vorhaben auf positive Resonanz: "Wir begrüßen den Vorschlag ungemein." Ein Waldfriedhof soll oberhalb vom Kriegerdenkmal bei Lauenau entstehen. "Lauenau hat sehr viele Anhänger und es werden immer mehr, die diese alternative Bestattungsform bevorzugen", berichtete Sabine Titze-Dölz (SPD), die den Vorschlag eingereicht hatte. Es geht um ein 7,2 Hektar großes Areal, auf dem knapp 40 Bäume mit einer Lebenserwartung von 100 Jahren stehen. Acht Urnen pro Baum wären denkbar. Die Samtgemeinde soll das Gelände in Eigenregie betreiben. Damit einhergehe ein nennenswertes kaufmännisches Potenzial. Offen ist noch, ob Sanitäranlagen erforderlich sind. Zwei Ausschussmitglieder waren dagegen. Erhebliche Bedenken zum gewählten Standort mitten in der Flur äußerte auch ein Vertreter der Jagdgenossenschaft. Dieser sprach von "vollkommenem Blödsinn", der nur Unruhe in das eigens dort errichtete Biotop bringe. Er plädierte für einen Begräbniswald bei Feggendorf. Dort sei bereits ein Parkplatz vorhanden. Dieser wäre oberhalb des Fleckens noch zu schaffen. Wegen eines mündlichen Antrags eines Bestatters kam auch die Bestattung an Sonnabenden zur Sprache. Die soll laut der Empfehlung des Fachausschusses nun generell möglich sein. Vorsitzender Franz-Wilhelm Riechers (WGSR) ging davon aus, dass auch andere Bestatter die Regelung nutzen werden - sobald sie gilt. Bedenken kamen seitens der Verwaltung auf. Im Winter müsste etwa dafür gesorgt werden, dass die Wege gestreut und geräumt sind. Welche Auswirkung die neuen Bestattungsformen auf die Gebühren haben, soll jetzt das Friedhofsamt eruieren. Darüber hinaus soll die Tourismusstelle einen Flyer mit den Bestattungsmöglichkeiten und deren Kosten entwickeln. Foto: jl

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