RINTELN (km). Für 16 Kinder aus Rinteln im Alter von fünf bis zwölf Jahren hatte der Kinderschutzbund in den Sommerferien wieder ein abwechslungsreiches und erholsames Ferienangebot auf dem Programm. Unter dem Motto "Tierisch gut!" konnten die Kinder auf dem Hof von Martina Platen und Johannes Höver in Extertal-Meierberg an sechs Tagen nicht nur Pferde, Hunde und Katzen hautnah erleben: Ausgestattet mit Becherlupen, konnten sie in einem Tümpel auf dem Hof und in einem Bach im nahen Wald auch kleine Molche, Wasserläufer und Bachflohkrebse in Augenschein nehmen.
Die Kinder wurden täglich vormittags mit einem Bulli von zu Haus abgeholt, verbrachten den Tag dann auf dem "Twelenhof" und wurden am späten Nachmittag wieder zu ihren Eltern zurück gebracht. Ziel des besonderen Ferienangebotes sollte sein, solchen Kindern einen erlebnisreichen Mini-Urlaub zu ermöglichen, die mit ihren Eltern während der Sommerferien sonst zu Haus geblieben wären. Zusammen mit anderen Kindern sollten sie die Gelegenheit haben, sich zu erholen, an der frischen Luft zu spielen, Tiere zu erleben, die Natur zu entdecken - und jede Menge Spaß zu haben. Was am meisten Spaß gemacht hat, das war für die Kinder auf Nachfrage sofort klar: "Das Reiten!" Auf dem Rücken der sehr geduldigen Islandpferde Dreyri und Slotta durften jeweils vier Kinder unter Anleitung von Reitpädagogin Martina Platen allein oder zu zweit im Sattel sitzen, mal mit dem Blick nach vorne, mal in die umgekehrte Richtung, mal liegend oder sogar kniend. Nach den Reiteinheiten halfen die Jungen und Mädchen, die Therapiepferde abzusatteln, ihnen die Hufe auszukratzen und die Tiere zu versorgen. Wer gerade nicht mit Reiten beschäftigt war, der konnte beispielweise unter fachkundiger Anleitung von Kinderschutzbund-Mitarbeiter Joachim Legit aus Haselnusszweigen kleine Mäuse oder ein lustiges Fangspiel schnitzen oder aus Weidenzweigen, Wolle und Federn einen Traumfänger basteln. Einige Kinder gestalteten mit Stoffmalstiften ein T-Shirt und malten ihr Lieblingstier auf den Stoff. Andere halfen eifrig in der Küche mit, wenn das Mittagessen zubereitet werden sollte oder kochten aus selbst gesammelten Himbeeren und anderen Früchten leckere Marmelade. Sehr beliebt war auch die Verkleidungskiste. In der Mittagspause war das Kartenspiel "UNO" bei den Kindern sehr beliebt. Im Schatten einer großen Eiche spielten sie mit den erwachsenen Betreuerinnen und Betreuern auf einer Picknickdecke so manche Runde. Wer Ruhe brauchte, wiegte sich eine Weile in der Hollywoodschaukel hin und her oder ließ sich ein Buch vorlesen. Therapiebegleithündin "Lotte" war stets mittendrin im Geschehen und brachte unermüdlich Bälle und Äste wieder, die die Kinder geworfen hatten. Auch beim Ausflug in den nahen Wald war sie dabei, wo die Jungen und Mädchen am Bach spielen oder an einem langen Seil den Hang hinauf klettern konnten. Ein besonderes Ereignis war für alle Beteiligten, dass während der Ferientage ein Fohlen auf dem "Twelenhof" zur Welt kam. Hingerissen beobachteten Kinder und Erwachsene, wie das Fohlen auf der Weide die ersten staksigen Schritte probierte und wie es von seiner Mutter umsorgt und gesäugt wurde. Am Ende freute sich Kinderschutzbund-Mitarbeiter Albrecht Schäffer über gelungene Ferientage und dankte den beiden Reitassistentinnen Berit Platen und Imke Buchholz sowie den ehrenamtlichen Helferinnen für ihre Mitarbeit - und, last not least, der Bürgerstiftung Schaumburg für einen großzügigen Zuschuss, ohne den die Ferientage erst gar nicht möglich gewesen wären.
